Reya Dawnbringer

Magic the Gathering in Dresden und Umgebung

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Es war einmal eine WM, Teil 3 von 5

Tag 2..."draft"

"Outside it may be raining, but in here it's entertaining."; Moulin Rouge

...misslungen, so könnte man auch den Start in Tag 2 beschreiben.
Zunächst sorgte die Wahl der Dusche nämlich für das längst überfällige ugendherbergsfeeling. Im Gegensatz zum Gerät nebenan, verfügte dieses hier über einen modischen Druckknopf, was ja an sich auch nichts Schlimmes ist. Allerdings hatten die Franzosen die Technik derart verfeinert, dass man für beständigen Wassernachschub auch beständig drücken musste. Gar nicht so einfach, besonders da wiederum nach wenigen Minuten das Licht erlosch...
Für Frühstück war übrigens auch gesorgt, wobei hier sofort das - sogar in Englisch übersetzte - Schild auffiel, welches den Verzehr auf 1 baguette only beschränkte.
Auf dieses konnte man dann wahlweise auch Aprikosen-, Kirsch- oder Erdbeermarmelade klecksen, allerdings bitte nicht zu viel, da ansonsten der hauseigene Morgendrache in Gestalt einer korpulenten Dame erschien und einen anfauchte.
Der cafe noir, wie sich mein morgendlicher Wachmacher nennen durfte, erfüllte selbstverständlich auch jedes Klischee des erwarteten Abwaschwassers und so gab es auch wirklich nichts mehr, was uns noch vom Louvre fernhalten konnte.
Schließlich warteten dort auch gleich zwei Drafts darauf, von mir vollzogen zu werden.

Im Vorfeld kam ich übrigens auf abgezählte 5 Testdrafts, von denen immerhin einer unter etwas schärferen Bedingungen als ein FNM stattfand. Beste Voraussetzungen also für das benötigte positive Ergebnis.

Draft 1:

Ich wurde an Tisch 36 gesetzt, was ungefähr gleichzusetzen mit einem Abstiegsplatz war.

Pod 36:

1 Kopec, Mateusz ™ 6
2 Davis, Jim 6
3 Siron, Geoffrey 6
4 Sverrisson, Jon S. 6
5 Irvine, David 6
6 Stanilov, Ivko S. ™ 6
7 Fior, Elton ™ 6
8 Diezel, Michael 6

Außer dem Meister Siron kannte ich hier niemanden, was allerdings auch nicht viel zu sagen hat.

Im ersten Pick entscheide ich mich recht zügig für einen Griffin Guide. Dieser ist zunächst einmal eine richtig gute Karte und zudem noch die einzig relevante weiße in diesem Booster. Es folgen zwei mittelmäßige weiße Würste, da auch die anderen Farben nichts offerieren, was mich festlegen würde. In Pick 4 gibt es dann gar nichts Weißes mehr und ich entscheide mich für einen Stronghold Overseer. In diesem Moment habe ich keine Ahnung, ob der gut ist - so richtig wahrscheinlich nicht, denn sonst hätte ihn wohl schon jemand vor mir genommen. Aber er hat das Goldene Expansionssymbol und das überzeugt mich.
Danach werden weiter schwarze Füller gepickt, ohne dass ich anders lautende Signale ausmachen könnte.
In Booster 2 grinst mich direkt der nächste Overseer an. Da die anderen Karten nicht massiv besser sind, entscheide ich mich gleich nochmal für ihn - das sollte wenigstens die Möglichkeit schaffen, ihn ordentlich auszuprobieren. Da der Kamerad ganz schön viele Totenköpfe in seiner Casting Cost hat, werden meine nichtschwarzen Picks danach weiter zurückgefahren und so gibt es mehr Mittelmäßigkeit a la Basal Sliver, Trespasser il-Vec, Corpulent Corpse etc.
Als dreizehnten, respektive vierzehnten Pick nehme ich dann noch je einen Sangrophagen mit, die tatsächlich einen Platz im späteren Deck beanspruchen könnten.
Die letzte Runde soll es dann retten. Ein Strangling Soot ist ein ordentlicher Anfang und der gefürchtete Undertaker war früher auch immer gut. Ich nehme noch einige Manafixer recht hoch, um bei möglichst vielen Sümpfen noch einen kleinen Splash zu ermöglichen und dann wird erstmal kräftig der Kopf geschüttelt.

Ich entscheide mich dazu, aus dem vorhandenen Material ein aggressives, annähernd monoschwarzes Deck zu bauen, welches die wenigen, richtig guten weißen Karten splasht. Leider sieht das Ganze dann recht...nun ja...dürftig aus. Aber seht selbst:

einige Ebenen, viele Sümpfe (weiß die genaue Verteilung nicht mehr genau, sorry)

Der Plan sollte sein, schnell Druck aufzubauen und dann - eventuell über die Sliver - einen der beiden dicken Obermacker ins Spiel zu bringen und mit diesem zu gewinnen. Nicht besonders überzeugend, auch für mich nicht und deswegen rechne ich mit einem 1-2.

Runde 7: Fior, Elton ™ [BRA]

Elton hat das gut geratene grün-rote Suspend-Empty the Warrens - Deck gedraftet. Im ersten Spiel macht er irgend so etwas wie Coal Stoaker, Pinger (bedrohlich für mein Board aus Trespasser und Undertaker), gefolgt von Suspend Halbardier, Coal Stoker, Empty the Warrens, da bin ich unendlich kaputt.
Das zweite ist noch unspannender, da dort ein Suspendeter Baloth, ein suspendeter Rift Bolt, zwei Coal Stoker und ein Empty the Warrens innerhalb einer Runde ins Spiel kommen. Ein Oversser lässt sich leider nicht blicken und somit steht es:

Gutes Deck - Schwarzer Haufen 2-0

2-5, 5-11

Runde 8: Davis, Jim [USA]

Jim metztelt mich in Spiel 1 und mit Hilfe seiner kleinen weißen Männern zu Hackfleisch.
In Spiel 2 ist er zunächst ein wenig screwed und fängt sich so ordentlich Schaden ein. Mit Hilfe von Trespasser und Griffin Guide kann ich dann genügend unblockbaren Schaden auffahren, so dass zumindest ein drittes Spiel nötig wird.
In diesem gibt es in Runde 2 Sangrophage, direkt gefolgt vom Guide drauf. Danach viermal gehauen und in der Zwischenzeit alles in seine Angriffe geworfen, was sich so auftreiben lässt. Magic kann manchmal so einfach sein...

Gutes Deck - Schwarzer Haufen 1-2

3-5, 7-12

9. Runde: Kopec, Mateusz ™ [POL]

Hier muss ich gegen einen dreifarbigen Sliverhaufen ran, der im ersten Spiel perfekt seine Länder zieht und sich so gegen den gefürchteten Doppel-Sangrophagen-Start behaupten kann. In den darauffolgenden Spielen fehlt Mateusz immer mindestens eine Farbe und meine Draws sind sehr ordentlich, was hauptsächlich bedeutet, dass ich die Tendrils ziehe.
Ich würde gerne mehr zu den Spielen schreiben, aber Limited Spiele, in denen Screw involviert ist, lassen nur schwer den Raum für weitschweifige Analysen.

Ach ja. Stronghold Overseer, die Nuss, hat sich nicht einmal in den Kampf werfen können. Dieser war immer schon ausgefochten, bevor die sechs Mana erreicht waren. So - oder so...

4-5, 9-13



Draft 2

Für den zweiten Draft ließ ich mich an Tisch 31 hernieder. Immerhin etwas nach vorne gearbeitet. Flankiert wurde ich durch folgende Herren:

1 Cardin, Guillaume ™ 12
2 Gordienko, Evgeny L. ™ 12
3 Petreski, Samoil ™ 12
4 Gregoir, Christophe ™ 12
5 Dougherty, Robert 12
6 Leon Valencia, Francisco 12
7 Grondahl, Erik 12
8 Diezel, Michael 12

Gar nicht so schlecht, dafür, dass wir nicht wirklich um Spitzenpostionen kämpften.

Rein strategisch hatte ich erneut keinen anderen Plan, außer auf die Karten mit dem Goldenen - alternativ gerne auch lila - Symbol zu hoffen.
Und tatsächlich klappte das diesmal, da ich unendlich skillvoll ein Sudden Spoiling öffnete. Als nächstes gab es den Strangling Soot, gefolgt von Tendrils und ich war offensichtlich wieder der dunkelschwarze Magier. Immerhin schon zum zweiten Mal in meiner TimeSpiral-Draft-Karriere.
Diesen unglaublichen Erfahrungsschatz musste ich dann auch direkt abrufen, als mich Merieke Ri Berit anblinzelte. Jene bezaubernde Dame gibt es tatsächlich noch länger als mich, wodurch ich nicht so richtig weiß, was ich von ihr halten soll. Auf jeden Fall erstmal genommen.
Im nächsten Pick gibt es dann - wenig abwechslungsreich - gleich noch eine Merieke und ich hoffe stark, dass sie bessere Auftritte haben wird, als der Overseer aus dem ersten Draftdeck.
Es folgen die üblichen Verdächtigen, mit besonderem Augenmerk auf Chromatischen Sternen, da der Splash W und U für ein annähernd monoschwarzes Deck gewisse... nun ja... Unannehmlichkeiten mit sich bringt.
Mein genialer Draftplan wird dann in Booster 2 erfolgreich fortgeführt, als Jonny Magic den Weg auf meinen Pile findet...
Es folgen Temporal Isolation und Endrek Sahr, welcher den Rare-Count weiter in die Höhe treibt. Der Rest ist eher unterdurchschnittlich, aber ich habe ja noch einen Firstpick...
...und mit diesen greife ich ein Void...
Gute Karte, leider falsche Farbe. Allerdings kein Problem, schließlich kann ich in der Folge Prismatic Lens und Terramorphic Expanse draften.
Sehr spät bekomme ich auch noch einen Magus des Spiegels zugeschoben, dessen güldenes Expansionssymbol ihn für das folgende Deck qualifiziert:

4cb.

Muss man auch mal gedraftet haben.

Alles in Allem aber sicher besser als das vorangegangene Häuflein, besonders da eine ganze Menge rarer Karten mitmachen konnte, von denen einige durchaus das Potential haben, Spiele im Alleingang zu gewinnen.

Runde 10: Leon Valencia, Francis [MEX]

Mit Francis habe ich zunächst eine Menge Spaß. Er ist der typische Lateinamerikaner, der die ganze Zeit reden will. Leider ist seine Aussprache ziemlich unverständlich - genauso wie sein Englisch - wodurch die Konversation ziemlich einseitig gehalten wird, da sich meine Antworten meist auf ein Lächeln und Nicken beschränken.

Jetzt weiß ich, wie es den Japanern immer geht.

Sein Deck ist allerdings ziemlich gut. Blau-weiß mit einer Menge Slivern. Allerdings eher in der nicht so schnellen Variante und natürlich - Blau-Weiß! - eher removalarm, was meinen Rare-Kreaturen gelegen kommt. Spiel 1 gewinnt dann auch der Thrull-Obermacker mit einer Menge Freunden, während Francis Spiel 2 durch die Kombo aus Psionic Sliver und Watcher Sliver für sich entscheiden kann.
Das dritte muss - dank seines Gelabers - unter einem gewissen Zeitdruck gespielt werden. Er bekommt wieder die beiden Sliver auf den Tisch, doch diesmal habe ich mit dem Spoiling eine Antwort. Darüber ist er so frustriert, dass er - noch im gleichen Zug - einen Angriff hinterher setzt. Wie ein Mann nehme ich dann die 0 Schaden, die am Ende entscheidend sein sollen. Dem Mexikaner fehlt nämlich so der Blocker für meine - umgemorphte - Schlange und nach einer längeren Diskussion über den Stand der Lebenspunkte (er hatte einen Angriff vergessen), die auch für mich entschieden wurde, weil der Judge dem Schwall seiner Worte nicht so richtig folgen kann, haue ich ihn im letzten Extrazug auf Null.

5-5, 11-14 [und damit nicht mehr negativ...es geht voran]

Runde 11: Gregoir, Christophe ™ [BEL]

Hieran erinnere ich mich nicht mehr richtig. Ich weiß nur noch, dass auch Christophe grüne und rote Karten pilotierte und beide Spiele sehr klar für ihn verliefen. Da meine Lebenspunkte sich in größeren Sprüngen (abwärts) bewegen, vermute ich, dass Empty the Warrens beteiligt waren. In jedem Fall hatte er eine Menge an Removal für meine etwas schwachbrüstigen Verteidiger.

5-6, 11-16

Runde 12: Cardin, Guillaume ™ [CAN]

...und wieder so ein Gegner, dem man mit einer eher geringen Punktezahl erwartet...
Allerdings vertraut Guillaume auch den removalarmen Farben und das wird ihm zum Verhängnis. Im ersten Spiel ist es Merieke, die ein Ephemeron klaut und im zweiten Spiel ist es gar der Magus, der die Vernichtung übernimmt.
Dieser sorgt zunächst dafür, dass er mich quasi in einem Zug vernichten muss, da er ansonsten im Gegenangriff, nach dem folgenden Lebenspunktetausch des Magus, sterben würde. Als er es endlich wagt tausche ich ungefähr 23:1, da Sudden Spoiling mal zeigt, was es kann...

6-6, 13-16

Damit wurde auch der zweite Draft 2-1 abgeschlossen und ich bin nicht mehr negativ. Für die Vorbereitung und die Art, wie die Drafts selbst gelaufen sind, war das sicher auch sehr anständig und ich bin durchaus zufrieden...zumal ich - so ziemlich als einziger in ganz Paris - schon weiß, was ich im Extended spielen werde...

In der Nacht zum Freitag gab es dann jedoch noch einen kleinen, erzählenswerten Moment... als ein gewaltiger Schrei die Jugendherberge durchdrang... Verursacher der nächtlichen Störung war Falko Sacher, der Chemnitzer Großmeister, der von einem seltsam bekannten Geräusch geweckt wurde. Als er die Tür öffnete, um nachzusehen, konnte er sich nur noch mit einem gewaltigen Sprung zurück in Sicherheit bringen, da ein alkoholisierter Bewohner unserer Herberge seine Tür mit den eigentlich dafür vorgesehenen Örtlichkeiten verwechselt hatte...


Michael Diezel, 24. Dezember 2006


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