Es war einmal eine WM, Teil 5 von 5
Die Tage 4 & 5 - von Finals, 2-Headed-Drafts & einem wirklich anspruchsvollem Rätsel
"We'll always have Paris"; Casablanca
Noch in der Nacht von Freitag zu Samstag wurden wieder die Magischen Karten ausgepackt. Eigentlich war ein 4-Team-2-Headed-Draft geplant gewesen, der jedoch nach kurzen Berechnungen diverser Zeiten ("Mmh, es ist jetzt kurz vor 1, Draften, Deck-Bau, da ist es 2..., 3 Runden a 1 Stunde... lalala") abgesagt wurde.
Immerhin sollten es noch 4 Wachgebliebene schaffen, wenigstens zu viert den Zweikopfdraft zu probieren. Ich unterstützte dabei mit Bodos Platz-70-Bier in der Hand die - auf dem Papier - unterlegene Seite (ca. 40 - 4 ProPoints - Unterschied), wenn auch zu dieser Stunde eher moralisch.
Keine Ahnung mehr, was da so passierte, zumal es mich in dem Moment auch nicht so richtig interessierte, zumal der Falko am Nachbartisch gerade seltsame Unhinged Karten auf dem Kopf balancierte...
Gegen 2 Uhr kam dann leider Cut durch den JH-Chef, der uns direkt in die Zimmer schob. Wahrscheinlich brauchten sie den Raum und die Zeit, um das Frühstück vorzubereiten...
Der nächste Tag sollte dem Tourismus vorbehalten sein, was hier wahrscheinlich auf wenig Interesse stößt. Nur so viel: Paris hat eine ganz beachtliche Menge kulturell wertvoller Sehenswürdigkeiten - und wir haben sie (selbstverständlich per Fuß...) beinahe alle abgeklappert...



An der Site waren derweil die Judges kurz davor, Amok zu laufen...wer hätte auch damit rechnen können, dass mehr als 256 Leute einen PTQ spielen wollen...
Aber neben der Möglichkeit, selbst Pappkarten in die Hand zu nehmen, gab es auch eine Menge anderer Dinge, mit denen man sich die Zeit unter dem Louvre vertreiben konnte. Beispielsweise konnte man sich einfach mal knappe 3 Stunden (keine Übertreibung!) bei dem/der Künstler/in seiner Wahl anstellen, um dann abgezählte zwanzig Karten mit Alexander zu besitzen...Immerhin konnte man so zu wirklich wertvollen Informationen über die Hintergründe der Illustrationen bestimmter Karten kommen. Schaut Euch einfach mal den Gruul Turf an. Die bunten Lichter sind nämlich - so John Avon - kiffende Bewohner...oh, gruul...

Klicken zum Vergrößern - "Ihr seid der Spieler links (oder der rechts, jedenfalls der mit weniger Leben...). Gewinnt in diesem Zug!"
Alternativ konnte man sich auch an Magic-Puzzles versuchen. Ähnlich der früheren Sideboard-Rätsel gab es da große Deckchen mit völlig unrealistischen Spielsituationen, in denen man in der aktuellen Runde gewinnen muss. Eins war dabei richtig knifflig und ich will es Euch nicht vorenthalten:
Viel Glück. (Die Auflösung gibt es später)
Wir scheiterten an dem Rätsel und beschlossen, unser Glück lieber im direkten Duell zu versuchen. Dazu wurden die Decks des nächtlichen Drafts ausgepackt und ich sprang als Erics bessere Hälfte schnell ein. Gegner waren diese Herren hier: Jan und Jaymo.
Nun ist 2-Headed-Giant in meinen Augen nicht ausschließlich skill-basiert - wie auch die beiden Spiele zeigten. So endete Spiel 1 mit einem Sulfurous Blast, gefolgt von Empty the Warrens (Storm ist ganz gut in dem Format...) für gefühlte 240 Goblins.
Natürlich positiv für uns.
Im zweiten sah die Boardposition in etwa so aus, dass die beiden Hamburger kombinierte 300 Power an Kreaturen im Spiel hatten - wir so 5. Dafür hatten wir immerhin 3 Leben.
Aber wir waren am Zug und ihre Lebenspunkte betrugen nur noch 25. 3 Sprüche und Ignite Memories später - geschickt als die eine Handkarte das Ephemeron gefunden - hatten wir dann auch völlig verdient gewonnen...Tja ja, so ein Pro Tour-Format...
Interessiert verfolgt wurde das Ganze übrigens vom Kai, der sich gerade darauf vorbereitete, ins 2-Headed-Giant-Sealed mit einem 12-jährigen Schotten einzusteigen. Das war nämlich der Hauptpreis beim Gunslinging. Also für den Kleinen, nicht für den Kai. (obwohl sie angeblich Top8 gemacht haben...)
Jedenfalls gab es so die Möglichkeit für ein sehr kurzes Interview mit dem Kai.
Ich: Kai, wirst du jetzt wieder verstärkt Karten spielen?
Kai: Nö.
Ich: Warum nicht?
Kai: Das geht halt gar nicht mehr, weil hier jeder alles gewinnen kann. Brasilianer, Japaner, Portugiesen, das waren früher alles Freilose...aber dank MODO haben die alle so anderthalb Millionen Drafts gemacht...
...und dann dieser Sudden Shock...
An dieser Stelle möchte ich mal kurz noch den französischen Döner erwähnen, der aus Brötchen, wenig Fleisch, sehr wenig Kraut und viel Pommes bestand. Kein weiterer Kommentar.
Die Finals am Sonntag waren leider bemerkenswert unspektakulär, da die Decks offensichtlich nicht zur Unterhaltung der breiten Masse gebaut waren. Das einzig wirklich spannende Spiel gab es - bezeichnenderweise - in den Team-Finals. Das entscheidende Spiel dort, solltet Ihr Euch unbedingt mal reinziehen...
In der Jugendherberge lag unser Kamerad aus dem fernen Oregon auch am Nachmittag - als wir für eine kurze Rast einkehrten - im Bett. Ganz stilecht mit Sonnenbrille, die er dann auch in der Nacht nicht abnahm...
Am Montag morgen war dann das Abenteuer Paris für uns beendet. Beinahe zumindest, denn vorher hieß es noch, mit den lokalen Bahnhofsbräuchen zurecht zu kommen. Diese beinhalten - unter Anderem - eine Vergabe des Bahngleises für ausfahrende Züge nach dem Zufallsprinzip. In unserem Fall gestoppte 55 Sekunden vor Abreise des Zuges. Da sprintet man ganz schön von Gleis 26 auf Nummer 4...
...um dann festzustellen, dass der Zug einfach noch eine gute Stunde im Bahnhof stehen bleibt.
Nun zur Auflösung des Rätsels.
An diese zu gelangen war übrigens gar nicht so einfach, da wir zunächst erfuhren, dass der Kreator dieses Puzzles zur Zeit krank sei und auch nicht an sein Handy ginge...Einige Stunden später erreichte man ihn doch und damit auch die Lösung, die all die verzweifelten Spieler, die es teilweise 30 Minuten lang versuchten, sicher hochgradig befriedigen wird:
"Sorry, he thought, that you could choose the target with Arena."
Jo.
Und damit endete das Abenteuer Worlds 2006. Gerne würde ich jetzt schreiben "nächstes Jahr wieder", allerdings befürchte ich, dass die Qualifikation nicht ganz so gut klappen wird. Außerdem sollte eine Zugfahrt zum Veranstaltungsort 2007 doch nochmal eine Weile länger dauern als nach Paris...
Ich danke jedenfalls allen, die mir die Daumen gedrückt haben und sende hiermit ganz viele Grüße an meine unterhaltsamen Reisebegleiter...
Ansonsten bleibt mir nur noch, Euch allen ein wunderbares Weihnachtsfest zu wünschen & jenen, die nicht beim großartigen Sylvesterabschlussturnier im berühmten T1-Sealed in Dresden auftauchen, einen Guten Rutsch dazu!
Bis zum nächsten Jahr....





Kommentar von S. Rentzsch am 27. Dezember 2006
Vielen Dank für diese Artikelreihe.:-)
Ciao
Stefan
Kommentar von Icewarlock am 27. Dezember 2006
Ich sag nur: "Ignite Memories für 28 an den Kopf!" ;-)
Allen Leuten noch viel Spaß beim Sylvester-Special, ich und diverse andere werden leider nicht da sein...
Kommentar von BiJay am 27. Dezember 2006
Viele wacklige Bilder, aber dafür sehr viel unterhaltsamer Text :) Feine Sache!
Das mit der nächsten WM-Qualifikation wird schon klappen, streng dich bei der DM ein bisschen an ;)
Kommentar von Boneshredder am 30. Dezember 2006
Immer wieder toll von Dir zu lesen. :>
Kommentar von Falko Görres am 31. Dezember 2006
Großartige Artikelreihe. Endlich mal wieder Turnierberichte mit Humor und Verstand, danke!