Reya Dawnbringer

Magic the Gathering in Dresden und Umgebung

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Leipziger Allerlei - L.O.S.T. Gedanken

Mit 27 Leutchen war L.O.S.T. ziemlich genau so besucht, wie wir es erwartet hatten. Klingt erstmal überschaubar, aber mehr kann man heutzutage bei einem Standard-Event (NQ mal ausgenommen) wohl leider in Sachsen nicht mehr erwarten. Die Gründe dafür sind vielfältig und werden zur Zeit an anderen Stellen recht fachkundig diskutiert, schade ist es trotzdem.

Allerdings soll das keinesfalls die Leistung derer schmälern, die sich letztendlich durch das zwar quantitativ verbesserungswürdige, qualitativ aber durchaus anständige Feld gekämpft haben.

Gewonnen hat am Ende der Martin Heruth, wie gewohnt mit Feen (anzeigen/verstecken). Manch einer wird jetzt die Augen verdrehen, ich allerdings freue mich, da der Martin somit erneut bestätigt, was ich in meiner Funktion als Hobbyprediger immer wieder betont habe: Ein Deck nehmen und dieses solange spielen, bis man es im Schlaf beherrscht, ist meist besser, als ständig zu wechseln. Das macht vielleicht mehr Spaß, aber Erfolg werden damit nur die Talentiertesten oder Testwütigsten haben.
Der Martin ist der lebende Beweis.

Das Deck selbst bietet erwartungsgemäß nicht viel Neues, ebenso wie die Alternativversionen in den Top 8, pilotiert von Alexander Klaue (anzeigen/verstecken) und Malik Martin (anzeigen/verstecken).

Jace scheint sich gegen Esper Charm oder einfach *Gar Nichts* im Rennen um die CardDraw - Nachfolge von Ancestral Visions durchgesetzt zu haben, zumindest spielten 2 der 3 Top8-Versionen diesen Kapuzenmann. Ansonsten ist man sich einig bei den Großen 5 (Agony Warp, Bitterblossom, Clique, Sprite und natürlich Command), die alle je viermal mitmachen dürfen. Dazu kommt eine Mischung aus Scions und Vendilion Cliquen, zusammen ungefähr 6 Kopien. Soweit alles normal.
Wirklich scheiden tun sich die Geister bei den verbliebenen Punkten, etwa der Kontermagie und der Anzahl der Faerie Conclaven. Hierbei spielt sicher auch das erwartete Metagame eine Rolle. Ich könnte jetzt seitenweise ins Detail gehen, aber wirklich Neues würdet Ihr trotzdem nicht erfahren, weswegen ich es einfach lassen werde...

Zweiter wurde (wenn ich mich nicht täusche wie schon bei L.O.S.T. 1) Thomas Steeger mit seiner Variante des Kowal-RW (anzeigen/verstecken). Dieses spielt im Prinzip einfach die besten Karten der beiden Farben: Figure of Destiny und Reveillark.
Letzterer wird von den entsprechenden Würsten dieser Farbkombination gefüttert: Mogg Fanatic, Siege-Gang Commander und Murderous Redcap. Stillmoon Cavaliers kann man zur Not auch wiederholen, ohne sich dafür schämen zu müssen. Angetrieben wird der doch recht teure Spaß von Mind Stones (Kowal spielt - m.E. völlig zurecht - zusätzlich die Ritter der Orchideen), Kartenvorteil machen eine ganze Menge Monsieur Ruels, die neben Moggs und Figuren einen einzelnen *Harbinger auf Reveillark* ermöglichen.
Ich habe das Deck jetzt ein paarmal in Aktion gesehen und bin ehrlich gesagt noch nicht so richtig begeistert. Ohne Beschleunigung in Runde 2 ist es ganz schön lahm, wenn auch die Power der Einzelkarten einige Spiele allein gewinnt. Aber das schaffen andere Decks auch.
Besonders Spotremoval würde ich in Betracht ziehen, möglichst solches, was Hilfe gegen den Erzfeind des Decks - Mistbind Clique - verspricht.

Mein persönliches Highlight der Finalrunde war jedoch Roy Meyer, der sich mit seinen Bäumen ins Halbfinale vorkämpfte. Damit meine ich jetzt nicht, dass die Deckliste (anzeigen/verstecken) besonders gut wäre - ist sie sicher nicht - aber Roy hat etwas gemacht, was heutzutage leider nicht mehr alltäglich ist: Er hat sich die Ratschläge, die er am Vortag erhalten hat, durch den Kopf gehen lassen und entsprechend umgesetzt.
Trotzdem würde ich jedem Nachbauer das eine oder andere zusätzliche Land wärmstens ans Herz legen - obwohl der Herr Meyer so jede Topdeck-Situation natürlich ziemlich gut meistern konnte.
Ansonsten hat mich vor allem der Leaf-Crowned Elder überzeugt, für den man möglichst sofort die Antwort präsentieren sollte. Gerade mit Beschleunigung in Runde 3 gelegt kann sonst das Schlachtfeld schnell mit Baumkollegen verstopft sein. Ist es einmal soweit, wird es extrem schwer, diese wieder umzuholzen, wie die bis dahin ungeschlagenen Feen von Malik im Viertelfinale feststellen mussten. Man kann also davon ausgehen, dass hier noch Potential für eigenständige Decks vorhanden ist. Ob diese dann tatsächlich annähernd Monogrün wie bei Roy aussehen, mehr Doran-Action zeigen oder gar völlig andere Wege einschlagen (Rot-Grüne Schamanen wäre bspw. eine Variante), sei dahingestellt.

Zu Sebastian Reichs Viertelfinaldeck (anzeigen/verstecken) sage ich nichts, sondern nehme mir lieber gleich das von Martin Lindner (anzeigen/verstecken) vor. Dieses startet bevorzugt mit Figure of Destiny, gefolgt von Bloom Tender, der dann in Runde 3 schon WRG produziert - genug, um mit den 3 Ländern Harry Stamper, den Armageddon-Mann, auf den Tisch zu packen. So sieht also der Idealfall aus, alternativ gibt es einen ähnlichen Gameplan wie bei Thomas: Die besten Karten der jeweiligen Farben ausspielen und hoffen, dass diese es richten.
Bei unseren Testspielen war das leider recht selten der Fall, wodurch mir das Deck eigentlich nicht so richtig gut gefallen hat. Interessant fand ich hingegen die Möglichkeit, extrem schnell von der gewohnten Defensive in den Aggro-Modus umzuschalten. Während der Gegner noch den finalen Angriff plant, kann jeder Naya Charm schnell lethal werden, da Thoctar, Figure und Liege ziemlich gut hauen können. Vielleicht liegen gerade in dieser Stärke noch Möglichkeiten, aus dieser Farbkombination mit den beiden Naya-Stars Thoctar und Charm noch etwas rauszuholen.

Das finale Top8-Deck bestand übrigens aus einer Menge grüner Elfen mit schwarzer Unterstützung, doch leider ist die Liste abhanden gekommen. Gespielt hat es Tobias Mede. Sorry.

Während sich die Finalrunde also sehr feenlastig präsentierte, war das eigentliche Metagame (oder wie auch immer man das bei 27 Spielern nennen mag) etwas anders strukturiert. So wurden insgesamt lediglich 4 Feen-Decks gespielt (3 x Top 8, 1 x Platz 9), die aber extrem erfolgreich waren. Dies ist zum einen mit der Stärke der Feenpiloten und zum anderen mit der Deckwahl der übrigen stärker einzuschätzenden Spieler zu erklären. Diese spielten fast ausnahmslos Reveillark-Konstruktionen, die im Duell gegen die kleinen Flieger wenig Chancen hatten.
Zusätzlich gab es noch die erwartete Menge an White Weenie, die im eigentlich guten Matchup gegen die Feen munter an Ansteckung/Heimsuchung, kurz Infest, zugrunde gingen und ein paar monogrüne bzw. grün-rote Krieger-Decks.
Insgesamt also alles in etwa wie erwartet.

Mein Beitrag durfte übrigens der Martin Golm ins Rennen schicken:

Das ist doch mal ein Deck.

Wer Lust hat, mal ordentlich Drachen und Ultimaten zu zwirbeln ist hiermit gut bedient. Schafft man es dazu noch, einen der 8 Manabeschleuniger auf die Starthand zu ziehen, funktioniert das sogar halbwegs zeitnah, und man spielt ernsthaft Magic. Wenn nicht, muss man ein wenig hoffen, dass es die extrem guten Sprüche für 3 Mana richten. Insofern also alles, wie es in diesem Format sein sollte. Besonders in den Kontroll-Matchups vertraut man auch darauf, dass beinahe jede Karte ausreichend mächtig ist, um den Gegner alleine fertig zu machen und somit jede unbeantwortete Bedrohung zum Sieg führt.
Gegen Kithkins und Co bietet es sich hingegen sehr an, möglichst viele Charms zu ziehen.
Insgesamt natürlich ein wenig inkonstant, aber durchaus mächtig. Wer also nach einigen Monden Abstinenz mal wieder Standard spielen möchte, dem sei dieser Haufen ans Herz gelegt, weil er manchmal einfach gewinnt und man spielerisch nicht so wahnsinnig viel verkehrt machen kann. Einfach Mana zählen und die entsprechende Karte auf den Tisch legen. Die wird es schon richten.

Soweit die Nachbetrachtung zum L.O.S.T. und damit hinüber zur Werbung:

Am 29.11.2008 könnt Ihr die Quali und ein großes Stück der Reise nach Kyoto gewinnen. Dafür müsst Ihr lediglich nach Leipzig kommen, Euch im immer wieder verlockenden Shards-of-Alara-Sealed in die Top 8 spielen und dort das überlegene Siegerdeck draften. Sollte irgendein Teil des Plans nicht aufgehen, könnt Ihr natürlich auch im Sideevent zeigen, dass Ihr es zumindest verdient gehabt hättet. Weitere Infos gibt es hier.

Damit verabschiede ich mich daumendrückend bis zum Wochenende,
Der MiDi


Michael Diezel, 24. November 2008


Kommentar von Sebastian Hübner am 25. November 2008

Der Magier mit dem WGR Armageddon- Mann Deck heißt nicht Martin, sondern Markus Lindner^^

Kommentar von Thomas Steeger am 26. November 2008

Eben jener Magier heißt weder Martin noch Markus sondern Marcus.

Ich stimm dem MiDi 100% zu, mein Deck ist superschlecht und war nur zum fun, tut euch nen Gefallen und spielt es nicht.

Das deck hab ich nicht von Kowal geklaut, wenn, dann er von mir.

MfG Tommi :)

Kommentar von Der MiDi am 26. November 2008

Ja, er heißt Marcus - sorry.

Auch an den Thomas, obwohl die Ähnlichkeit der beiden Decks von außen schon ziemlich groß ist...

Kommentar von Martin Golm am 26. November 2008

Ein paar Gedanken zu MiDis Eigenbau (den ich ja pilotieren durfte):
* Ich finde die Fertile Ground echt besch... Ich weiß zwar, dass die für die schnelle Produktion von richtig viel Mana wichtig sind, habe aber eigentlich immer ein oder zwei rausgeboardet. Dummerweise gibt es nur noch Farhaven Elf, der ein Land direkt ins Spiel bringt. Diese 1/1-Wurst kostet aber leider drei Mana, und Drei-Mana-Sprüche gibt es schon zur Genüge. Eventuell könnte man sich überlegen, ob Sylvan Scrying eine Alternative ist. (Auch wenn hier das Land nur auf die Hand kommt. Dafür kann man sich ein beliebiges Land suchen.)
* Mehr Enchantment-Removal im Sideboard! Das dritte Spiel gegen die Kithkins habe ich verloren, weil ich weder das Ultimatum noch einen der Wickerbough Elder gezogen habe, und alle meine Kreaturen unter Oblivion Rings verschwanden.

Ansonsten ist das Deck eigentlich ganz lustig zu spielen. Wer weiß, wenn ich teilweise nicht so schlecht gespielt hätte...

Kommentar von Icewarlock am 26. November 2008

Ohne das Deck gespielt zu habe, aber ich glaube die Fertile Grounds sind auch dazu gedacht mit dem Garruk einfach mal das verzauberte Land zu enttappen und noch mehr Mana zu haben. Und so richtig gut, wird es wohl auch nicht sein, in so einem Rampdeck einfach ein wenig Manaacceleration rauszunehmen :-)

lG Eric (nicht beim PTQ in LE :-( )

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