GP Straßburg
Um die Erinnerung an Straßburg wieder zu erwecken, muss ich mich nur an den Rechner in meinem Zimmer setzen. Dank der klimatischen Eigenschaften der Dachgeschosswohnung gelingt es diesem nämlich erschreckend überzeugend, die Zustände der Halle widerzuspiegeln. Eine Tafel Schokolade sieht mittlerweile auch schon aus, wie der Rechner vom Meister Henke am Sonntag Nachmittag. Es war wirklich so warm und eigentlich nur von einem schwarzen Corsa zu toppen, in dem gleich fünf ausgewachsene Sachsen ziemlich kuschlig einige Stunden verbrachten, um den weiten Weg ins Elsass in trauter Gemeinsamkeit zu bewältigen.
Eigentlich wollte ich mir ja dieses einmalige Erlebnis (u.a. gerade deswegen) verkneifen und statt dessen den parallel ausgetragenen 2-Headed PTQ mit bezaubernden, weiblichen Zweitkopf in Prag gewinnen. Leider musste dieses Abenteuer kurzfristig abgesagt werden, so dass es nichts wurde mit dem sehnsüchtig herbeigesehnten 18-Stunden-Flug.
Das alternative Block-Turnier im fernen Frankreich bot somit die einzige Möglichkeit, das verlängerte Wochenende noch irgendwie kartenspielend rumzubekommen, zumal ich ja - seit meiner bescheidenen Ankündigung, das beste Blockdeck zu besitzen - gewissermaßen in Zugzwang gewesen bin, zumindest ein bisschen das Format zu verfolgen.
Der erste Ansatz war - wie bei sicher jedem - ein Meervolk-Deck. Warum auch nicht. Die Idee dahinter war, dass sicher jeder Ux-Control spielen würde und dagegen ist Meervolk ja schon immer superstark. Ich erspare Euch (und mir) mal eine genauere Deckliste, glaubt mir, das war durchaus kreativ. (Sogar die unbesiegte Kombo aus Merfolk Assassin und Piracy Charm durfte ran.)
Schnell wurde umgebaut und so entstand ein grün-blaues Morph-Deck. Seit meinem Auftritt bei den Magdeburger Champs bin ich bekanntermaßen ein großer Anhänger des Shapeshifters (und dessen regeltechnisch gesehen komplexen Wesens) und spätestens seit einigen Spielen mit MWS hatte ich direkt die nötigen Regeln parat. Nicht, dass dies für jeden dieser speziellen Spezies der Online-Spieler argumentativ ausreichend wäre, wenn sie - hauptsächlich auf ihr Ego bauend - in einer Diskussion damit konfrontiert wurden. So konnte ich zumindest eine Menge "NOOB"-Token sammeln, indem ich beispielsweise darauf hinwies, dass die Manakosten einer Morphkreatur 0 betragen. Oder, dass man ein Calciderm kopieren kann. Oder...
Das Deck war jedenfalls tatsächlich gut, wie sich recht schnell zeigte, besonders nachdem die Pro Tour sämtliche WW-Spieler (das schlechte Matchup) vertrieben hatte.
Nach einigen Veränderungen - die mehr und mehr davon ausgingen, dass kein Mensch weiße Würste spielen würde - sah es letztendlich so aus:
- 4 Search for Tomorrow
- 2 Prismatic Lense
- 2 Harmonize
- 3 Snapback
- 4 Wall of Roots
- 4 Vesuvan Shapeshifter
- 3 Fathom Seer
- 3 Thelonite Hermit
- 3 Brine Elemental
- 3 Mystic Snake
- 3 Aeon Chronicler
- 3 Deadwood Treefolk
- 4 Terramorphic Expanse
- 9 Forest
- 8 Island
- 1 Pendelhaven
- 1 Dreadship Reef
- Sideboard:
- 4 Penumbra Spider
- 3 Serrated Arrows
- 3 Ana Battlemage
- 2 Seal of Primordium
- 2 Utopia Vow
- 1 Aeon Chronicler
Ja, so wurde das ernsthaft gespielt. Mittlerweile würde auch ich ein paar der klobigen Karten auf die Ersatzbank verbannen und durch spritzigere Mitstreiter ersetzen, aber für den Zeitpunkt des Turniers war das gar nicht so schlecht. Da dieses Block-Constructed niemanden mehr interessiert, verzichte ich mal auf nähere Erklärungen, denn die wird es am Ende mit einem Blick in die Zukunft geben...
Ich wollte das Metagame ungefähr in der Reihenfolge Mono-Rot, Teferi, GR-Dicke Männer, White Weenie gestaltet sehen. Man beachte die recht optimistische Aussparung sämtlicher gegnerischer Decks mit eigenem Shapeshifter, die diesen Haufen halt auch im Alleingang zerlegen.
OK. Es ging also nach Straßburg.
Der schwarze Corsa war über Nacht noch schnell von einem anonymen Fan gelb getagt worden (was so viel bedeutet, wie einer hat lustig mit der gelben Spraydose was an den Radkasten gesprayt), so dass wir recht ghetto-proof nach Frankreich fahren konnten. Dorthin gelangten wir ziemlich schnell, allerdings gestaltete sich traditionell das Suchen nach der Unterkunft ein wenig schwierig. Dazu muss man sagen, dass die Franzosen eine unübertroffene Fantasie bei der Benennung ihrer öffentlichen Straßen und Plätze gezeigt haben. So heißt eine Jugendherberge natürlich "auberge de jeunesse", direkt in der Straße "rue de l'auberge de jeunesse", am Platz "place de la rue de l'auberge de jeunesse" hinter der Brücke "pont de la place de la rue de l'auberge de jeunesse" usw.
Das hat natürlich den Vorteil, dass man wirklich immer weiß, dass man in der Nähe der Jugendherberge ist - allerdings erst, wenn man dort ist.
Doch für solche Situationen haben wir ja immer den Farid dabei, der nicht nur gut, sondern auch noch gern Französisch spricht. Das hörte der gemeine Straßburger natürlich besonders erfreut und konnte mit einem Mal fließend Deutsch. So fanden sogar wir ein Bett.
Das Highlight der Unterkunft war dann der in unmittelbarer Umgebung befindliche Fiesta-Club, der auch prompt für den Abend erwählt wurde. Jedoch erkannten wir recht schnell, dass man nicht zu viel erwarten sollte, als der Matthias vor mir ein großes Bier (für viel Euro) kaufte und bei mir direkt die großen Gläser alle waren. Ein kurzer, wehmütiger Gedanke an potentielle tschechische Getränke wurde schließlich mit einem kurzen Schluck (...) weggespült und dann wurde es Nacht und dann wieder Tag und dann ging es endlich los.
Über die klimatischen Verhältnisse habe ich ja eingangs schon einige Worte verloren, zum besseren Verständnis kann sich der motivierte Leser auch gern in ein überfülltes Rockkonzert begeben. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend. Übrigens auch im olfaktorischem Sinn.
Während meiner zwei Byes zerfloss also mein Gehirn und voller Selbstbewusstsein erwartete ich in der dritten Runde entweder White Weenie oder Sliver, um dann direkt zurück in den Fiesta-Club gehen zu können, um mir das Große Glas zu sichern.
Der Gegner in Runde 3 war Remy Weiss, ein Vorzeigefranzose gehobenen Alters und geringer Fertigkeiten, wie er während unserer beiden kurzen Spiele recht eindrucksvoll bewies. Leider begann er jedoch mit Flanking Sliver, Muskel Sliver, Muskel Sliver und da war es auch egal, dass Flanking nur bei Nicht-Flankern wirkt. Oder nur im Angriff. Wichtig ist, dass die Tiere in die Waagerechte gedreht werden.
Im nächsten Spiel stellte mich dann erwartungsgemäß ein Soltari Priest mit Greifenmantel vor unlösbare Probleme und ich versuchte schon mal, mich an die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erinnern.
In Runde 4 und 5 kämpfte ich dann - meine Metagame-Prognose etwas ad absurdum führend - jeweils gegen das Monoblaue-Morph-Deck. Diese Mirror-ähnlichen Duelle werden eigentlich immer von der Shapeshifter-Übermacht gewonnen. Bei einem Blick auf meine Liste erkennt man, dass ich - nun ja - 4 Shapeshifter habe.
Mono-U dazu noch ordentlich Kontermagie, Serrated Arrows etc. Allerdings reicht es auch manchmal, wenn die Gegner sich ausgetappt vom Brine Elemental erwischen lassen oder einfach screwed sind oder was auch immer. Jedenfalls stand ich nach den Duellen mit Fabien Chonquet und Alex Neumann noch immer ganz gut da.
Da musste halt mal wieder ein White Weenie her. Pilotiert von Gonzague Allouchery machte es jedoch ganz seltsame Sachen. Nämlich nichts. Zehn Minuten später hatte ich gewonnen und wusste nicht so recht wie. Doch dieser Fehler in der Matrix wurde schnell wieder ausgebügelt, als der nächste Franzose, Arthur Noel, mir live vorführte, was White Weenie - oder "petit blanc", wie der typische Spieler der kleinen, weißen Männer sagte - mit mir veranstaltete. Somit war ich für die letzten beiden Runden im K.O.-Modus.
Den ersten Endgegner kannte ich schon aus längst vergangenen Bundesliga-Tagen und (!) dem letzten Constructed-GP, den ich vor ungefähr 92 Jahren auf französischem Boden, in Reims, gespielt hatte. Der Karl-Heinz Rohde spielte dann tatsächlich auch ein Deck, womit ich gerechnet hatte: G/R-Dickzeugs. Hierbei kommt es darauf an, ob das UG-Deck am Anfang ordentlich durch die Landzerstörung behindert wird oder nicht, da es das überlegene Lategame hat.
In diesem Fall wurde es nicht und ich konnte tatsächlich um den Einzug in Tag 2 spielen.
Im Weg stand mir dabei nur noch der Walisische Hobby-Spieler Nicholas Lovett mit dem besseren UGr. Dieser entpuppte sich - wie fast alle britischen Magic-Pros - als außergewöhnlich sympathisch und trinkfest. Die Spiele waren weniger spektakulär. Im ersten sass er auf vier Ländern und einem Morph fest, der allerdings meine fünf Morphs komplett vom Flip abhielt - und sich dann als Willbender herausstellte, als ich endlich den Mut fand auch den potentiellen Shapeshifter zu überwältigen. In beiden folgenden Spielen suspendete jeweils der beginnende Spieler einen Chronicler in Runde 3 und diesen Tempovorteil war dann nichts mehr entgegenzusetzen. Besonders da der gute Nick mit 8 Leben den 8/8 Man auch nicht blockte. Er wollte halt ins Pub und nicht um 8 Uhr morgens schon wieder Karten spielen. Nachvollziehbar.
All zu viel Zeit war auch nicht mehr bis zu Tag 2, was dazu führte, dass wir uns den Eingeborenen der Stadt in vielerlei Hinsicht anpassten. So wurde die Kreuzung der Hauptstraße ("rue de l'auberge de jeunesse") mit kleiner Nebenstraße ("autre rue de l'auberge de jeunesse") zum Parkplatz der Jugend, die den ortsansässigen Döner-Man als Szenetreffpunkt erkannt hatte. Zum Glück hatten wir ja den schwarzen Corsa mit gelbem Hip-Hop-Tag.
Zum kulinarischen Teil dieses Ortes sei nur erwähnt, dass Ihr niemals Döner avec boeuf essen solltet.
Niemals.
Den zweiten Tag musste ich übrigens allein bestreiten, da meine Weggefährten - mit dem gleichen Deck - (hier mal der Sten, wenn auch nicht mit dem gleichen Deck --Martin) an diversen petit blancs und anderen seltsamen Kleinigkeiten gescheitert waren und jetzt den Anblick großer sakraler Bauwerke meinen Kartenspielkünsten in einer Sauna vorzogen. Früher hätte es so etwas nicht gegeben...
Natürlich wurde das Ganze dann tatsächlich sehenswert.
Mein erster Gegner des Tages kam aus den Niederlanden und hieß Rikus Pilat. Nun kann man über Holländer denken, was man will, allerdings muss man ihnen zu Gute halten, dass sie einen recht großen Aufwand bei der Körperpflege betreiben und fast durchweg (vielleicht mit Ausnahme von Jeroen Remie) abends auch am Türsteher der Edeldisco vorbei kommen würden. Ich erwähne das an dieser Stelle nur, weil wir dort wie gesagt im 1200-Mann (und ich schreibe betont: Mann) Terrarium hockten und in diesem Punkt ein Holländer als Vorbild tatsächlich nicht verkehrt wäre. Oder der Stefan Menzel, der dem Gegner auch mal ungefragt das Deo in die Hand drückt. Allerdings kann ich einen Herrn Menzel als Vorbild gerade den Jüngeren gegenüber nicht verantworten.
OK, wo war ich? Ach ja, Rikus mit dem Teferi-Deck.
Das ist natürlich genau die richtige Paarung für 8 Uhr Sonntagmorgen. Der Plan in diesem Matchup ist es, den Kartenvorteil des blauen Magiers zu übertreffen. Genial, oder?
Erstaunlicherweise klappt das recht oft, da man mit Fathom Seer, Harmonize, Chronicler, Treefolk ganz schön wilde Sachen machen kann. Genau so liefen auch die beiden Spiele ab. Irgendwas wurde auf den Tisch gelegt (wahrscheinlich war ein Morph dabei...), der Herr Pilat machte Damnation, es folgten Treefolk und Morph, Damnation, Chronicler, Harmonize... usw. Jedenfalls hatte ich Punkt 9 gewonnen.
Weil es so schön war, durfte ich dann das Gleiche nochmal versuchen, diesmal gegen Martin Gutting. Hier zeigte sich in Spiel 1 leider, dass mein Spitzen-Plan nicht unbedingt funktioniert, wenn man mehrere Mulligans nimmt. Im zweiten wurde bis ans Limit gekämpft, was man schon daran erkennt, dass die Entscheidung für mich durch einen Pendelhaven kam, der meinen Shapeshifter, der gerade ein recht unbefriedigendes Dasein als 1/1-Wellhornschnecke fristete, für die letalen 2 Schaden in der Luft angreifen ließ. An dieser Stelle waren immerhin noch 4 Minuten zu spielen.
Martin nahm erstmal ein komplettes Triumvirat an Mulligans und startete dann mit Land-Go, um von diesem Augenblick an nur noch Draw-Go zu spielen. Fairerweise hat er das recht flott gemacht, so dass ich tatsächlich noch gewinnen konnte.
Jetzt sah es auf einmal gar nicht so übel aus. Zsolt Kukucska - schöner Name - spielte G/R und musste erkennen, dass ein Lawinenreiter nicht genug ist. Wichtig in diesem Matchup ist es übrigens, die Shapeshifter - wenn möglich - nicht zu spielen, da sie eine recht geschmeidige Antwort auf den Hellkite darstellen. Ausnahme bilden Situationen, - wie im zweiten Spiel gegen Zsolt - wo der gescrewte Gegner von einem 7/7 - Chronicler gehauen wird. Da darf man gerne einen zweiten daneben legen.
All das Glück musste sich jedoch irgendwann rächen und in der vierten Runde des Tages war es dann soweit. Marc Jäger spielte die monoblaue Variante des Morph-Decks, was auch dessen Präsenz in meiner Gegnerschaft auf 3 erhöhte (Man beachte an dieser Stelle durchaus das völlige Fernbleiben monoroter Decks). Wir legten dann beide einen Morph und in Runde 4 zeigte er mir frech den Fathom Seer ungemorpht. Sein Morph war natürlich der Shapeshifter, meiner nicht und so zog er von diesem Moment des Spiels an drei Karten pro Runde. Gierig wurde direkt ein zweiter Shifter daneben gelegt und ich hätte normalerweise zusammenschieben können, wenn der Marc nicht durch übermäßiges Tappen fast noch verloren hätte, als er das Brine Elemental ins ausgetappte Gesicht bekam. An dieser Stelle hätte ein Shapeshifter auf meiner Seite gewonnen, aber mein mysteriöser Morph war nur recht unspannend ein Hermit, der dann von ihm dreimal kopiert wurde, während er mich auslachte.
Leider hing sich mein Deck dann im zweiten völlig auf, während seines immer noch auf Hochtouren lief, so dass ich jetzt nicht wirklich was von einer verdienten Revanche schreiben kann. Marc beweihräucherte sich selbst noch ein bisschen für sein überragendes Spiel und ich konnte mir endlich Beschreibungen der sakralen Straßburger Sehenswürdigkeiten anhören, da der Touri-Trupp zurückgekehrt war.
Die Top8 waren in diesem Moment verspielt, jetzt ging es darum, möglichst (viel) Geld zu ergattern. Im Weg zum Reichtum stand dabei in Runde 5 Gregory Cottin, offensichtlich französischer Nationalität. Und wie scheibar jeder Zeitgenosse dieser Fraktion, spielte auch Gregory kleine, weiße Männer. Um es noch einmal festzuhalten: Das erste Spiel ist quasi gar nicht zu gewinnen, es sei denn man macht ganz alberne Sachen, wie Hermit, Shapeshifter x 2 oder so etwas. Selbst das reicht nicht immer.
Man hat ungefähr keine Antwort für jeden Flieger (außer Shapeshifter), Shadow-Mann (dito), Griffin Guide (Snapback) und wenn, sind sie meist zu langsam. Nach dem Boarden wird es zwar massiv besser, aber normalerweise muss man auch zwei Spiele in Folge gewinnen.
Normalerweise.
Man kann natürlich auch hoffen, dass ein petit blanc ungefähr so abgeht: Suspend Shade, Ebene-Go, Ebene-Go, Ebene-Go, wie das des Monsieur Cottin. Hilfreich ist es weiterhin, wenn man mit einem Draw aus Mauer, Morph Shapeshifter, Suspend Chronicler, Unmorph Shifter Angriff für 14, Angriff für 14 startet. Im zweiten löste dann ein Shapeshifter mit der Unterstützung von einigen Pfeilen alle Probleme, wobei es zugegeben nicht nachteilig war, dass Gregory erst in Runde 6 oder so sein zweites Land legte...
Zum krönenden Abschluss ging es damit um Top16 oder Top 32, je nachdem, wie das Duell mit Georgios Kapalas ausgehen sollte. Auch dieser vertraute diesem rot-grünen Tooth & Nail Deck ohne die namensgebende Hexerei und Sonderländer, aber ähnlichem Anspruch.
Das erste konnte ich recht souverän gewinnen, da zwei Mauern dicht (und Mana) machten und ein Chronicler für den Druck sorgte. Eine Schlange auf den Notdrachen war dann genug. Das zweite lief genau anders herum. Doppel Acid Moss in den Runden 3 und 4, gefolgt von dickem Drachen, waren ganz schön gut. Ungefähr den gleichen Draw hatte Georgios auch im entscheidenden Spiel, allerdings mit dem Unterschied, dass ich ja anfing. So hatte ich in Runde 3 schon 4 Mana, die für die Schlangen auf meiner Hand ausreichen würden, wenn, ja wenn nicht eine der beiden ausliegenden blauen Manaquellen erst nach Aufladen funktioniert hätte... Sehr ärgerlich, zumal wir vor dem Turnier das eine Dreadship Reef sehr kritisch beäugt und in zwei von drei Fällen (...) durch eine Insel ersetzt hatten. So hielt mich der gute Grieche ausreichend fern von Blau, dass er mir drei Drachen ins Gesicht schießen konnte. Trotzdem hätte ein einsamer Shapeshifter das zumindest stabilisieren können, aber die waren gedanklich scheinbar schon bei der Heimfahrt und so wurde ich geröstet.
Immerhin hatte ich noch ein letztes, durchaus entscheidendes Mal Glück, da ich mit souveränen 0,12 % Opp.-Score-Vorsprung tatsächlich 32. wurde...
Die Rückfahrt wurde dann erwartungsgemäß ein Erlebnis. Abgesehen von dem wirklich einzigartigen Klima, das 5 kräftige Knaben in einem Kleinwagen erzeugen, wenn draußen eh schon 30+ Grad sind, mussten wir durch das schöne Baden-Württemberg.
Dort wurde gefeiert.
Und zwar ordentlich, schließlich war Karlsruhe gerade eben aufgestiegen. Ach ja, der Meister kam auch aus der Gegend. Selbstverständlich mussten dann noch alle Rentner ihren Sonntagsausflug auf eine Raststätte tätigen und glaubt mir, dass sind in dieser Ecke des Landes ganz schön viele... (Rentner oder Raststätten? :-) --Martin)
Zum Abschluss gibt es noch den versprochenen Ausblick für die PTQ-Saison. Dieses Deck ist sicherlich ziemlich gut, wobei ich mich eher an die Top8-Varianten halten würde, zumal der Rot-Splash nicht unbedingt schwieriger geworden ist. Stormbind hilft schon enorm gegen einige für diese Variante recht bedrohliche Sachen, vor allem gegnerische Shapeshifter. Letzterer wird wohl auch so oft gespielt, dass man den Anteil der Morph-Männer runter schrauben sollte, um nicht direkt mit einem Haufen Gray Oger zu kämpfen, wenn der Gegner selbst einen hinlegt.
Persönlich gefallen mir die Chronicler jedoch besser als die Spectral Forces, zumal sie meist ähnlich groß, teilweise (so nach umgedrehten Seer) sogar größer sind.
Aus Future Sight würde ich unbedingt das grüne Graft-Land ausprobieren, weil man mit dessen läppischer Marke den Shapeshifter jeden Zweikampf gewinnen lassen kann. Besonders gegen petit blancs oder gegnerische Forces ist das durchaus beachtlich. Ansonsten wäre der Djinn mal einen Test wert, sei es auch nur, um die Kompetenz eures lokalen Judges bei der Interaktion mit dem Shapeshifter zu testen...
Take Possession könnte auch in diesem Deck durchaus eine ordentliche Sideboardkarte abgeben, genauso der Riftsweeper. Schließlich gibt es noch Edge of Autumn, was sicher besser ist als die Prismalinse. Wie genau man das neben (oder zusätzlich zum) Search spielt, müsste ausprobiert werden.
Wirklich groß ändern wird sich also scheinbar nichts. In einem Metagame, was von Bergen dominiert wird bleibt UG damit eine gute Wahl, bei steigender Ebenenzahl sollte man lieber etwas anderes erwählen.
Soweit also von mir die Erlebnisse aus Straßburg. Beim nächsten Mal werde ich wohl ein paar Standard-Decks vorstellen... Aber das kann noch eine Weile dauern. Ich muss ja auch immer mal an den See gehen... Dafür hat Daniel "Das Chicken" Weile ja versprochen sein PT Genf Epos "Alles Käse" demnächst zu veröffentlichen. Wir sind gespannt...
Der MiDi




Kommentar von Icewarlock am 18. Juni 2007
Wie erwartet wieder gut geworden :-)
Dieses verdammte White Weenie aber auch immer :-(
Und MiDi, das WW raced man halt immer ganz einfach, kA wo bei dir da immer das Problem war, 2 Snapbacks Starthand, hermit kopieren und gut ist^^
Kommentar von Mike am 19. Juni 2007
Immer wieder gut, von dir zu lesen, Midi. Bist du in Krakau mit von der Partie? Ich bin dann nämlich wieder daheim in Europa und du kannst es dir doch nicht entgehen lassen, mit Mike nach Polen zu fahren, oder? Die Züge hatten dir doch so gut gefallen. Und die passable Unterkunft. :)
Kommentar von Olaf am 20. Juni 2007
Der Falagar fährt nach Krakau. Da komm ich auch nochmal mit. Nur: kannst Du unsere Nachbarn so niederdiskutieren, dass sie unsere Autos stehen lassen? Oder doch 10h Zug?
Kommentar von Der MiDi am 20. Juni 2007
Krakau mit dem Zug war eh geplant. Wenn der Mike mitkommt, wird das natürlich ein ganz besonderes Erlebnis...:)
Kommentar von Kniffhanger am 20. Juni 2007
Genial, einfach nur genial.
Kommentar von Mike am 20. Juni 2007
Wir müssen halt mal schauen, ob es jetzt etwas bessere Zugverbindungen gibt. Das letzte Mal, dass ich auf polnischen Autobahnen unterwegs war... naja, ich sag nur, da ist mir der Zug lieber. Und lustiger.
Kommentar von Der MiDi am 20. Juni 2007
Es gibt halt auf jeden Fall nen Nachtzuug von Berlin, der relativ günstig ist. Auf jeden Fall werden wir nicht mehr 20 Mark an der Grenze für dubiose Ausweise bezahlen müssen...Krakau ist wie ich finde superschön & die JH gemischt geschlechtlich...
Kommentar von Olaf am 20. Juni 2007
Naja, kommt drauf an, was man will. Der NZ fährt halb 10 los und ist früh 9:00 in Krakau. Alternativ setzt man sich früh halb 10 in den Zug und ist halb 8 abends da. Von der Stadt hat man so oder so nicht viel. Obwohl - Breslau war auch nett, da sollte man vlt. für Krakau auch einen Tag Urlaub einplanen.
Aber @MiDi, eins müssen wir noch klarstellen: Du baust gewinnende Decks für alle ;-)
Kommentar von Mario Schubert am 30. Juli 2007
So, nachdem ich nun 6 Jahre mit Magic pausiert habe, musste ich doch mal wieder bei Madame Reya vorbeikommen und dank dem MiDi weiß ich auch wieder, warum sich eben jenes Vorbeikommen lohnt - herzerfrischend wie vor 92 Jahren die Berichterstattung.
So, muss Karten mischen gehen...mario (ex Team Pinocchio Lichtenstein)