From the Past -- Amsterdam Experiences
Dieser Artikel sollte ursprünglich im Februar 2001 erscheinen. Leider ist es nie dazu gekommen. Umso besser für Euch, kommt Ihr doch jetzt in den Genuss - passend im Vorfeld des GP Rotterdam - zu erfahren, wie es auf einem (Limited) Grand Prix in den Niederlanden zugehen kann. Amsterdam oder Rotterdam - ist doch fast das selbe :)
Grand Prix's sind für Magic-Spieler nach den Nationalen und Internationalen Meisterschaften, sowie den Pro Tours das Größte. Dementsprechend begeistert waren auch die Leipziger Spieler, als der Grand Prix Amsterdam angekündigt wurde. Das Format dieses Turniers sollte Limited, also ein Invasion Sealed sein. Dies verspricht eine größere Chancengleichheit mit den zu erwarteten Topspielern als vergleichbare Constructed-Turniere. Außerdem macht es doch noch etwas mehr Spaß. Dachten auch Sebastian [Richter], Stefan [Heumann], Christian [Hänig], Daniel [Dietze] und ich sowie noch einige andere, die aber aus reisetechnischen Möglichkeiten, besser, Nichtmöglichkeiten leider im Gegensatz zu ersten Fünf nicht mitfahren konnten.
Doch genug der Vorrede, und so war's dann: Los ging es am Freitag, doch ehe es soweit war, ruft mich der liebe Sebastian doch am Donnerstag an und meint, dass wir nicht fahren werden, da der Grand Prix schon über 700 Voranmeldungen hat und damit voll ist. Ich denke an meinen Tag Urlaub, den ich extra genommen habe und freue mich, dass wir so wenigstens Bundesliga spielen können. (Ja, man muss alles positiv sehen...) Na ja, wir unterhalten uns noch eine Weile und trösten uns ("Hätten eh alles verloren" - "Hätten wir nicht!" - "Stimmt"), während irgendwo Kai Budde vor einem Rechner sitzt und ein paar Worte für angehende Grand-Prix-Spieler formuliert, die den Spielerüberschuß als Ente entlarven. Wer schon mal neben dem lieben Kai gestanden hat, glaubt nicht mehr sofort alles, was unser Ex(!)- Weltmeister so erzählt, doch als auch offizielle Meldungen ihn bestätigen, vertrauen wir unserem Kai und packen hübsch Taschen...
Freitag geht es dann auch los. Stefan wird von der Schule abgeholt und direkt nach Hause kutschiert, wo er dann erstmal noch 'ne halbe Stunde APACs sucht, aber nur teilweise findet und anschließend beinahe ebenso enthusiastisch nach jemanden fahndet, der seine Mathe-Hausaufgaben macht (übrigens mit noch geringerem Erfolg :)). Auch Christian wird eingepackt, was Stefan einen prima Mittelplatz auf der Rückbank verschafft, von wo aus er erstmal medizinisch interessante Vorträge zum Thema "Thrombose" hält. Offenbar hat aber keiner der anderen Ambitionen in diesem Gebiet, jedenfalls blieb der Kleine, wo er war. :) Vielleicht haben wir auch nur nicht alle Fakten gehört, schließlich hatte Daniel einige klitzekleine Veränderungen an seiner fahrenden ANA-DD vornehmen lassen, woraufhin das Brum-Brum wirklich Brum-Brum machte (was so'n Loch im Auspuff ausmachen kann) und das Radio richtig laut gedreht werden musste. Das passte auch prima, da wir die Wolfsheim-Kassette als zu traurig rausgeschmissen hatten und statt dessen den Sender mit "J" hörten, der früher noch ein "FM" im Namen hatte :). Ich gewann eine Wette ("Wetten, dass die innerhalb der nächsten Stunde entweder Mauro oder Gigi spielen..."), allerdings blieb uns Held Nr.1, Gigi D'Agostino verwehrt... Nun gut. Außer Gigi waren noch mögliche Attentate auf Hollands Präsidenten, Martin Schmitt und Blümchens Bauch (nicht DAS Blümchen, was nicht mehr Blümchen ist, sondern unser EX-Champ) Gesprächsthemen.
Danach erreichten wir unser eigentliches Ziel: McDonalds in Gohfeld (das ist etwa so groß wie Knautkleeberg), wo wir aßen (ACH!) und uns unsere Lieblings-Digimons aussuchten... (Top: Sebastians FrigidMon) Mit ca. 160er Schnitt (da Daniel, wenn er sich Zigaretten drehte, auf 130 abbremste, ist das etwas verzerrt...) näherten wir uns Amsterdam. Am dortigen Stadtautobahnring lernten wir erstmals die holländische Sprache lieben. Bei der Frage "Nord" oder "Oost" entschieden wir uns für Norden, da wir ja aus dem Osten kamen. Natürlich ist bei den Holländern "Oost" nicht "Ost", und so drehten wir ein paar Ehrenrunden um Amsterdam, bis wir wieder in die richtige Richtung fuhren. Das "Rai", unser Spielort, konnte dann jedoch ohne Probleme gefunden werden. Wir meldeten uns hübsch an, und Sebastian flirtete mit der Empfangsdame, um den Weg zum Hotel zu erfragen. Diese seufzte zwar, bei dem Gedanken ihr Abendessen zu unterbrechen, kopierte uns dann aber eine tolle Karte (auf der leider das "Rai" nicht zu sehen war). Sehr Nett.
Wir hüpfen also ins Auto zurück, fahren 'ne knappe Stunde (17 Verfahrer) und landen schließlich nur 300m entfernt von unserem Hotel. Bis hierhin haben wir kaum über Magic geredet. Deckbaustrategien brauchen wir nunmal nicht. Jedenfalls wartet Stefan draußen vor der Tür, während wir im Hotel warten, bis der nette Betreiber unser Doppelbett auseinander geschoben hat. (Ja, wir wollten nur für 4 Männeln bezahlen.) Eine Viertelstunde bei -10°C hat aber noch keinem geschadet... (Anmerkung: Stefan war danach eine Woche krank.) Den Abend verbringen wir mit Magic-Spielen (es war schon fast Mitternacht), und nach letzten Diskussionen schlafen wir - nur geringfügig gestört durch die plätschernde Heizung - ein. Ich träumte, dass ich mit Zvi Mowshowitz, einen ziemlich bekannten US-Spieler mit einem sehr charakteristischen Äußeren, Fußball in einer Wohnung spiele. "Natürlich" spielen wir mit einem Tennisball. Suspekt!
Dementsprechend geschockt hüpfe ich ins Bad, wo ich mich erstmal wie Reinhold Messner fühle, da meine Zehen auf den eiskalten Fliesen fast absterben. Dann drehe ich das Duschwasser auf und warte ein paar Minuten. Als es dann immer noch nicht warm ist, beiße ich die Zähne zusammen und hüpfe unters kalte Wasser. Kaum stehend, gibt der Boden unter mir nach, da es nur Blech ist, was lediglich an den Rändern aufliegt. Wenige Sekunden später wird das Wasser warm, und direkt danach schließlich kochend heiß. Ich springe im Kreis und drehe den blauen Hahn auf, der aber scheinbar nur Attrappe ist; jedenfalls bleibt alles heiß, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mich daran gewöhnt habe... Dann wurde es nämlich wieder bitterkalt... (Soviel zu "Shower Experiences" in Holland) Sebastian und Stefan ergeht es ähnlich, aber danach sind wir munter und abgehärtet. Während Stefan dann ins Bad zurückgeht, um den Hotelmeister nicht in die Arme zu laufen, wenn dieser das Frühstück bringt, findet Sebastian ein Hochglanzmagazin, in dem wir neben einigen faszinierenden Fotos genaue Anleitung zu SM-Spielen finden. Na ja, wir lesen und lernen. (Wusstet ihr, dass Sex mit Pferden nach einem Franzosen benannt ist?)
Dann fragen wir noch nach dem Weg zum "Rai", und der Vati meint, wir könnten den locker in zehn Minuten erlaufen... (nur zur Erinnerung: das war fast eine Stunde mit dem Auto!) Natürlich waren es keine 10 Minuten sondern knapp 25 Minuten. Mit nur 1,5 Stunden Verspätung und einer - zumindest im Vergleich mit Offenbach - unspektakulären Eröffnungsrede ging es dann los: Ich bekomme - wie alle anderen auch - eine hübsche Plastikschachtel mit den Karten und rezitiere noch mal eine Aussage eines gewissen Michael D., der meinte,
"es ist fast unmöglich wirklich schlechte Karten zu bekommen". Ich sehe einen Rooting Kavu, den mein holländischer Gegenüber staunend ansieht, da er auf ein Cremate blickt. Doch die Herrlichkeit nimmt ein jähes Ende, als ich durch den Rest gucke und feststelle, dass ich zum zweitenmal (nach dem Preview) das "fast" erwischt habe. Die Rares symbolisieren: Tectonic Instability, Blurred Mongoose, Captain Sisay (ohne auch nur eine andere Legende), Desperate Research und (!) Barrin's Spite.
Ansonsten verfügte lediglich Schwarz über Potential, ohne wirklich herauszustechen (1 Demise, 2 Exotic Curse, Skelette, Fruchtfliegen). Weiß bot bis auf einen Benalish Lancer GAR NIX, Rot hatte immerhin einen Pouncing Kavu, Grün eben angesprochenen Rooting Kavu, 2 Aggressive Urge und ein Explosive Growth, 2 Baumvolk-Heiler und 2 Spinnen und Blau Deliver und eine Rainbow Crow. Dazu kommen noch Recoil, ein Attendant und ein R/G Kavu. Klingt eigentlich nicht sooo schlecht, aber von den wichtigsten Commons hatte ich fast keine (eben im Gegensatz zu fast allen anderen...) Auszugsweise Karten, die ich NICHT hatte: Keine Tapper, kein Direktschaden, kein Shackles, keine Engel oder Greifen, keine Faerie Conclave, Probe oder Exclude, keinen Serpentine Kavu, Nomadic Elf, Quirion Elves, Harrow, keinen Duskwalker oder Phyrexian Slayer.
Dementsprechend schwer gestaltete sich der Deckbau. Normalerweise hätte ich ein defensives Deck gebaut, mit den Heilern, Spinnen, schwarzem Removal und hätte versucht, durch Einzelkarten langsam zu gewinnen. Die dazu notwendigen Evasion-Kreaturen beschränkten sich aber leider auf die Krähe und die Fliege. Ein Beatdown-Deck war aber noch weniger möglich, da ich ganz einfach nur 2 Kreaturen mit Power > 2 hatte und nicht eine (!) Power-2-Kreatur für 2 Mana. Am Ende stand dann ein grün/schwarzes Deck mit Splash Blau (Krähe, Spite, Recoil und Urborg Emissary) und Weiß (Heiler-Mana), wie schon angedeutet ohne Unterstützung externer grüner Manaproduzenten. Als Krönung spielte ich dann solche Karten wie die Llanowar Cavalry und Vanguard(!). Insgesamt hatte ich 13 Kreaturen mit einer Gesamtstärke von ca. 20.
Meine Stimmung hebt sich, als ich fast die Hälfte meiner Testspiele gewinne. Die anderen vier haben alle ziemlich ordentliche Decks. Daniel spielt Grün/Weiß/Blau mit Sabertooth Nishoba, Cloak und sehr guten Kreaturen, aber fast völlig ohne "Removal" bzw. Ersatz. Deswegen nicht wirklich ein Hammer, aber immer noch besser als meins. Stefan hat Blau/Schwarz mit Splashs Rot und Weiß, dabei sehr gutes Zeug, allerdings räumt er ein, dass das Deck noch eines Feintunings bedurft hätte. Sebastian spielt ein Vierfarbiges Deck, ohne Weiß, dafür mit Grün/Rot als Hauptfarben. Er hat zwei Harrows für's Mana, sehr gute Kreaturen, 2 Wash Out und 1 Restock, sowie sehr solide Sprüche. Insgesamt ein sehr starkes Deck, wenn er Mana bzw. Harrows zieht. Christian schließlich hat das Traumdeck, R/U/B mit Crosis, direktem Schaden, schwarzem Removal, Probe und den guten Kreaturen der Farben. Eine der besten Karten überhaupt, Fact or Fiction lässt er draußen, da ja ein Urborg Phantom vieeell besser ist.
Ich gucke mir meinen Vanguard an und warte, während Daniel und Christian ihre ersten Gegner zermahlen. Wir ruhen uns noch kurz auf unseren Byes aus, doch dann wird es ernst. Ich spiele gegen einen Holländer, der sehr solide zieht, ein sehr solides Deck hat und mich regelrecht damit zu Hackfleisch verarbeitet. Stefan verliert auch, während der Rest gewinnt. Danach setze ich mich zu Petra, einer min. 40 jährigen Holländerin, die ca. 30 Runden benötigt, um mich mit 2 Djinns, zwei Serpentine Kavu, Nishoba, diesem weißen Ritter, der mit Sümpfen wächst (ich ziehe natürlich prompt alle 5 aus meinem Deck) etc., umzubringen. Sebastian und Stefan gewinnen, während Daniel verliert und Christian am Soul Burn krepiert.
Ich frage mich, warum ich schon viermal Llanowar Vanguard & Cavalary gezogen habe und noch nie Barrin's Spite. Außerdem pflege ich die Treefolk Healer immer dann zu ziehen, wenn ich gerade kein weißes Mana habe. (2/3 für 5 Mana...) Nun gut. Vierte Runde werde ich gegen einen Norris aus England gepaart. (Und ich dachte, der macht Karate) Ich schlendere also ziemlich weit nach hinten (so Tisch 186) und warte. Als die Runde beginnt, starte ich sofort zwei Spiele lang einen unwiderstehlichen Llanowar Vanguard Beatdown, der insgesamt 40 Schaden macht. (Nach dem Sideboarden sogar 2 pro Runde, da ich Scavenged Weaponry reingesideboardet habe...)
Um ehrlich zu sein, taucht Chuck gar nicht auf. Damit erhält er gleich einen Match Loss. Die folgenden zehn Minuten verbringe ich sehr entspannt mit einer hübschen, holländischen Judgein, der ich schließlich noch mein schönstes Lächeln schenke, während sie meinen ersten Sieg ins Spielerzettelchen einträgt. Ich verblüffe alle mit meinem schnellen Erfolg, doch auch der Rest läßt sich nicht lumpen. Christian gewinnt ebenso, wie Sebastian. Die anderen beiden verlieren. Stefan scheint ständig schlecht zu ziehen, und Daniel fehlt wirklich Removal. Bald danach ringe ich mit Djinns, Master etc. aber nicht lange. Etwas frustriert feuere ich Sebastian an, der sich gerade mit Brian Davis beschäftigt. Dieser hat ein Kieferproblem, was u.a. auch Sebastians prima Vorstellung zu verdanken ist. Doch schließlich setzt sich der einzige Spieler, dessen Englisch ich auf dem Turnier nicht verstanden habe, ganz knapp mit einem Lebenspunkt durch... Ich glaube, die anderen gewinnen alle und machen Witze über meinen kleinen Vanguard...
Doch das Unglaubliche geschieht noch und zwar schon in Runde sechs... Ich spiele gegen einen lustigen Polen, der über jede zweite meiner Karten lacht und das erste Spiel locker gewinnt. (Sunscape Master) Spiel zwei grille ich diesen und bringe ihn mit unwiderstehlichem Beatdown meiner starken Kreaturen (Spinne, Vanguard, Cavalry und Heiler) auf fünf Leben (o.k. er war Mana Screwed...) und finishe ihn schließlich mit einem gekickerten Demise. (Ansonsten hätte ich ihn dort nie runtergeholt.) Letztes Spiel läuft ähnlich, nur, dass ich kein Demise ziehe und er mich mit gekickertem Growth einstampft. Diese Spiele zeigten am deutlichsten, warum das Deck Mist ist, da ich es mit anderen Kreaturen sicher gewonnen hätte.
Aber kein Grund zur Klage. Stefan und Daniel stehen 3-3, Christian 4-1-1 und Sebastian gar 5-1. Ich renne gaaaanz weit nach hinten und treffe auf einen Hannoveraner, der mir begeistert von seinen Kiff-Erlebnissen in Amsterdamer Discos berichtet. Scheinbar waren noch Restspuren vorhanden, jedenfalls baut er viel Mist und so gewinne ich 2-0. Ich schaue durch sein Deck und seine restlichen Karten, zähle ca. 9 Karten, die er nicht spielt und ich auf jeden Fall gespielt hätte. Ich wünsch ihm noch viel Glück. (Er kann es brauchen.) Er erzählt mir nochmals, wie gerne er doch hier wohnen würde und wie teuer das Parken ist. Ich erzähle, dass wir in der Straße vorm Hotel kostenlos parken, und er ist begeistert.
Sebastian verliert, die anderen Experten leider auch. Christian hat in der letzten Runde noch ein Ante-Spiel um ein paar 100 US$, da er bei einem Sieg nicht nur unter die besten 64 rutschen würde, sondern auch sehr weit oben in der Reihenfolge der besten 1700er wäre (Menschen mit eher niedrigem Rating), was fast soviel Geld bringt, wie die Top 32. Um es kurz zu machen, Christian verliert, wird am Ende ca. 118. und 18. der 1700er. Das bedeutet einige Punkte und ansonsten nix. Sebastian gewinnt, doch seine Opponent-Score ist nur mittelmäßig, so dass er am Ende 77. wird. Daniel verliert noch ein Spiel, während Stefan gewinnt.
Ich selbst äußere noch einen Wunsch vor der Runde. Da ich festgestellt habe, dass ein gewisser Andreas Pischner (ab jetzt kurz A.P.) ebenfalls mit 9 Punkten rumgurkt, hätte ich diesen doch gerne noch als Gegner. Für diejenigen, die diesen Knaben nicht kennen, sei ein Turnier erwähnt, welches zu Tempest-Zeiten in Dresden stattfand. Es handelte sich dabei um einen PTQ für New York, und ich spielte in den Final 8 gegen eben diesen A.P. Jener war damals ein sehr guter Limited Spieler mit extrem guten Ranking. Ich draftete ein tolles Deck mit Humility, Propaganda etc. Die Spiele dauerten ewig und besagter A.P. versuchte (teilweise mit Erfolg), mich durch Regelfallen in Nachteil zu bringen. Trotz all seiner Phasenzerpflückung (die Hälfte des Spiels wurden alle Phasen vorher angesagt...) machte ich ihn nieder. Er fand das ungerecht, sagte das auch offen und fühlte sich bestätigt, als ich gegen Pro Tour Player Martin Grimm dann schnell den Kürzeren zog. Seitdem ist A.P. lediglich durch arrogantes Auftreten, das natürlich regelmäßig aufgefrischt wurde, und Ignoranz in Erinnerung geblieben. Einer meiner wenigen Magic-Spezies sozusagen.
Ich stehe also vor dem Pairing-Zettel und vergewissere mich mehrfach, dass ich nicht träume. An Tisch 267 kommt es zum ultimativen Showdown Diezel-Pischner... Während wir mischen, erzählt er mir seine traurige Geschichte vom unglücklichen A.P. Dann betont er, dass er aber jetzt unbedingt gewinnen will, alles andere sei egal. (Tisch 267, nur zur Erinnerung.) Als es losgeht wünsche ich ihm viel Spaß, woraufhin er mir zu verstehen gibt: "Ich will keinen Spass, ich will gewinnen!". Ich lege gleich los, wie die Feuerwehr: Mulligan, Mana Screw, Vanguard als einzige Kreatur... Alles wie immer. A.P. kommentiert alles begeistert und hält sich für einen großartigen Spieler, als er mit Darigaaz über meinen Vanguard fliegt. Ich fasele irgendwas von spezieller Sideboard-Tech und meine den Rausschmiß von Vanguard und die Hereinnahme des Mongoose, den ich NUR in Runde 2 ziehen will... Ich ziehe... Mongoose, Rooting Kavu, Demise, Spite, Recoil etc. JUBEL!!! Er ist Mana Screwed und ich verhaue ihn. Stefan kommt hinzu, während er sein Leid beklagt und ich ihn mindestens viermal erzähle, dass das mein erster guter Draw an diesem Tag war. Ich wünsche mir laut eine Starthand mit Insel, Wald und Sumpf, bekomme Wald, Sumpf, Ancient Spring. Dazu Ratten und Mongoose. Ich starte einen Beatdown, er legt nur Länder. Dann kommt Darigaaz, den ich mit meinem Demise nicht wegkriege. Ich warte, er greift an, legt noch einen Djinn dazu. Ich topdecke Barrin's Spite. Nächste Runde legt er den Drachen. Ich topdecke Recoil, er Drachen, ich Deliver, er Drache, ich Exotic Curse für 4, Angriff, er blockt Ratte, ich Aggressive Urge... Und dazu erzähle ich immer schön, wie gut ich doch ausgerechnet gegen ihn ziehe. Er ist völlig verzweifelt und meint, dass er morgen ganz viele Boosterdrafts spielen muss, um das wieder reinzukriegen... Mein Tag ist gerettet!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Auch die anderen werden davon aufgeheitert... Zumal Stefan die Reaktionen des Berliners so wunderbar wiedergeben kann... Bei eisiger Kälte verlassen wir dann mitten in der Nacht den Turnierort. Ein Schild zeigt uns 200m bis McD., wo wir ca. 3000m später auch eintreffen und dieses leider verschlossen vorfinden. So lernen wir dann Falafel kennen. Stefan erzählt immer neue Pischner-Stories und will im Hotel unbedingt noch draften. Wir probieren einen Punkte-Draft aus, bei dem Daniel und Christian einige extravagante Sachen spielen (DreamThrush-Deck) und Stefan einschläft...
Geweckt wird der Gute dann am nächsten Morgen mit einer sportlichen Höchstleistung, da Sebastian und ich ihn zu einem Kopfstand im Schlafsack zwingen. Auch Daniel und Christian werden durch Stefans Schreie munter. Wir frühstücken mit Einblick in holländische Musiksender, die das neue Vengaboys-Video präsentieren, eine Ballade mit echtem, englischsprachigen Text, der über "Shalala" hinausgeht! Begeistert ob dieses Wunders bezahlen wir und laufen zu Daniels Auto. Was wir dort sehen, treibt jedoch allen fast Tränen in die Augen. Eine grellgelbe Autokralle blockiert ein Vorderrad und an der Scheibe ist ein Packen Zettel festgefroren. Wir hätten also doch irgendwo was bezahlen müssen (so viel zum Thema "kostenloses Parken"...)
Die freundlichen Holländer bitten um Verständnis, dass sie ein heftiges Bußgeld fordern und wir dieses in einem viele Kilometer entfernten Amt bezahlen dürfen. Nur mit Mühe können wir Daniel von einem Anschlag abhalten. Er opfert sich dann mit Sebastian, diese Aufgabe zu übernehmen, was Daniel eine gute Kondition und Sebastian zahlreiche Blasen beschert. Der Rest begibt sich derweil zu den Side-Events und kann A.P.'s erste Niederlage im ersten Spiel des Tages bewundern. Alle diese 8-Mann-Turniere werden übrigens im K.O.-System gespielt... Stefan und ich spielen einen Asian-Invasion-Booster Draft. Es läuft gut für beide, ich bekomme ein grün-weißes Fettie-Deck, dem leider Tapper fehlen. Stefan kriegt ein ähnliches Deck, mit noch etwas schwarzem Removal. Selbstverständlich spielen wir nicht gegen einen der zahlreichen mitdraftenden Holländer, sondern gegeneinander. Wir beschränken uns auf ein Spiel, welches Stefan knapp gewinnt, (Spiel 2 ist er Mana flooded, 3. ich Mana Screwed) und mich somit rausschmeißt. Zur Krönung krepiert er in der nächsten Runde an einem lächerlichen Sleeper's Robe Tek und einem Blazing Specter.
Christian unterhält sich derweil mit A.P., der im 2. Draft ein Hammer-Deck mit Crosis, Pyre Zombie, Barrin's Spite etc... gedraftet hat. Kurze Zeit später erzählt uns Christian, wie der Gute von 3 Soul Burn geröstet wurde (Soul Burn für 6, Soul Burn für 7, Soul Burn für 7) Der Arme... Zu diesem Zeitpunkt sind die asiatischen Invasion Booster alle. Daniel und Christian draften nochmals MM-Block asiatisch und fliegen beide in der ersten Runde raus. Ich warte auf einen speziellen Freund und schreibe mich schließlich in den gleichen Draft ein :) Dabei erfahre ich seine neueste Verschwörungstheorie, dass nämlich nie und nimmer 3 Soul Burns in den Packs waren. Der Draft läuft genial, ich erhalte ein Hammer Blau/Weißes Deck mit vielen kleinen Kreaturen, 3 Trappern, 2 Shackles, 2 Proben, Fact or Fiction, weißem Master etc. Ohne ein Anzeichen von Problemen renne ich bis ins Finale, während ein anderes Viertelfinale sich furchtbar in die Länge zieht. Nur ein Spieler war noch schneller. A.P. verlor trotz "DROMAR" auch das erste Spiel seines dritten Draftes und fängt an begeistert zu erzählen, dass er so viel mehr Drafts spielen muß. Kurz bevor wir gehen verliert er auch noch einmal und hat damit locker 150 Punkte auf den Kopf gehauen und zu allem Überfluß kommt aller zehn Minuten ein anderer Leipziger, der nachfragt, wie es eigentlich läuft :)
Das Finale geht schnell zu meinem Ungunsten aus. Mein Gegner hat 5 Tapper, 2 Cloaks etc. Ich immerhin zweimal Mana Screw. Dazu mache ich Fehler, weil ich frustriert bin, zwei Matches 5 Runden lang kein Land zu ziehen und werde schnell per Explosive Growth erledigt. Die Rückfahrt besteht aus Diskussionen, P.-Stories, Analyse der Turniere, Stefans Thrombose, GIGI!, Einslive (Radiosender, der hinternander NSYNC, Papa Roach und Fettes Brot spielt... KULT), und natürlich genialen Astroshows. In Gohfeld gibt es neben zahlreichen Maxi-Menüs einen kleinen Stefan-Groupie, der dem Junior seine wertvolle Digimon Tablettunterlage abschwatzt. In wenigen Stunden (je nach Lied mehr oder weniger schnell) kommen wir sicher (bis auf die Momente, wo Daniel ein gelbes Nummernschild sah...) wieder in unserer guten Heimat an. Fazit: Der Arme...





Kommentar von Pischner am 27. Januar 2009
Ich weiß überhaupt net was ihr alle gegen mich habt. Nur weil ich egozentrisch, selbstherlich, besserwisserisch, großkotzig, eingebildet und hässlich bin is das noch lang kein Grund so über mich herzuiehen. Außerdem war das ja damals, 2001. Heute...
Kommentar von Meisi am 27. Januar 2009
Haha zu Geil, dieser Pischner...
Kommentar von sven am 27. Januar 2009
Hahahahaha, genialer Artikel!! Hab gut gelacht. Besonders die Magic-Spezi-Einwürfe sind spitze. Das war aber auch ein schwarzer Tag
Kommentar von martenJ am 27. Januar 2009
cooler artikel, besonders das pischner-gedisse war witzig^^
Kommentar von BiJay am 28. Januar 2009
Netter Artikel. Den Magic-Anteil habe ich eher überflogen, aber die Hintergrundgeschichten sind sehr amüsant. =)