Reya Dawnbringer

Magic the Gathering in Dresden und Umgebung

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Zu den Fischen 2

Da ich im Moment dank der Semesterferien quasi infinite Zeit habe, wollte ich in Anlehnung an meinen früheren Standardartikel über die blauen Unterwasserkreaturen ein paar Gedanken zum Legacypendant niederschreiben. Sicherlich ist das Deck in diversen Artikeln und Foren schon zur Genüge diskutiert worden. Jedoch steht auch das große Open the Vaults: Relics-Finale in Dresden an, und da schwimmen die Fische traditionell gerne oben mit. Nun will ich ja nicht nur um den heißen Brei herumreden, also hier die knallharten Fakten:

MaindeckSideboard
4 Mutavault
4 Wasteland
13 Island

4 Cursecatcher
4 Silvergill Adept
4 Merrow Reejerey
4 Lord of Atlantis
4 Coralhelm Commander

3 Standstill
2 Umezawa's Jitte
4 Aether Vial
2 Echoing Truth
4 Daze
4 Force of Will
2 Relic of Progenitus
2 Blue Elemental Blast
2 Llawan, Cephalid Empress
2 Ravenous Trap
2 Spell Pierce
3 Submerge
2 Threads of Disloyalty
 

An diesem Punkt werden einige von euch, welche sich geniale Deckideen um Spellstutter Sprite, LDs oder diversen Splashes von Sword to Plowshares über Dark Confident bis hin zum allseits beliebten Tarmogoyf ausgemalt haben, sicher etwas enttäuscht sein. Doch oft machen die Details den Unterschied.

Die Fische

Hier hat sich, neben den 16 altbekannten blauen Meeresbewohnern, noch ein am Anfang eher unauffälliger Lord hinzugesellt, der Seinesgleichen sucht und ein oft bemängeltes Problem der Wirbeltiere zu lösen versucht: das unvermeidliche Anstauen von Inseln auf der eigenen Seite des Spielfeldes. Zwar spielt das Deck von eben diesen nur 13, jedoch kann auch das Spielen von 4 Manlands und 4 Wasteland mein subjektives Empfinden über das regelmäßige Wegfluten des Decks nicht verhindern, bis man dann sogar die Force of Will hardcasten kann, aber dann ist es oft schon zu spät. Und genau da erlebt der besagte Coralhelm Commander seine Sternstunden, indem er den Landmassen wenigsten für eine Runde gerecht wird und im Damagerace auch gegen Lokalmatadoren wie Tarmogoyf den entscheidenden Vorteil verschaffen kann. Schließlich ist er nicht, wie die anderen Lords, auf Unterstützung angewiesen, sondern kann auch im Alleingang mächtig zuhauen.

Die Spells

Auch hier hat man relativ wenig Spielraum: Die acht Null-Mana-Counter sind bei mir genauso gesetzt wie die Ätherphiole. Bleiben noch 7 freie Slots. Zu allererst wird dem geneigten Leser auffallen, dass die vier Standstill im Gegensatz zu früher alles andere als sicher gesetzt sind. In diversen Netzlisten taucht immer wieder die Zahl 3 auf, der ich mich letztendlich auch als guten Kompromiss angeschlossen habe. Man möchte gegen blaue Kontrolldecks einfach Standstill haben, während es gegen die schwierigeren Aggro-Matchups oft auf den Würfelwurf ankommt, ob man es gewinnbringend einsetzen oder notfalls in die Force of Will werfen kann. Schließlich ist auch der Ätherphiole-Standstill-Start gegen das viel gescholtene Zoo-Match Up eine Kampfansage. Die übrigen 4 Slots teilen sich 2 Echoing Truth mit ebenso viel Jitten. Der Grund für den Bounce-Spell sind in erster Linie Einzelkarten, die, wenn sie einmal durch die eigenen Counter durchgerutscht sind, unbeantwortet einfach den eigenen Untergang bedeuten. Um nur einige zu nennen: Phyrexian Dreadnought, Sword of Fire and Ice und Moat. Hier können sie einem das nötige Zeitfenster erkaufen, um das Spiel aus einer scheinbar aussichtslosen Lage doch noch zu drehen. Ein weitere Stärke der Echoing Truth liegt im Überraschungsmoment, denn wer rechnet schon mit dem kleinen blauen Spontanzauber, wenn er mehrere Duzend fliegende 4/4 Engel-Token oder multiple Tarmogoyf auf dem Board hat und nur noch auf das 'Go' des Gegners wartet, um zum finalen Angriff auszuholen. Nun kommen wir zum legendären Equipment, das schon ganze Formate über Jahre dominiert hat. Und selbst im so mächtigen Format Legacy stellt das Artefakt eine ernst zunehmende Bedrohung dar, die schnellstens beantwortet werden sollte. Viele kennen das Utensil aus dem Sideboard der unterschiedlichsten Fischlisten, aber Main? Da ist es eher selten anzutreffen. Und das hat sicher seinen guten Grund. Schließlich vermodert es gegen Kombo regelrecht auf der Hand und selbst gegen Kontrolle kann die Jitte alles andere als überzeugen. Wieso bekommt sie also einen Platz im Maindeck, wenn man sie im Gegensatz zu Standstill nicht mal in die eigene Force werfen kann? Die Antwort ist relativ simple wie für mich einleuchtend: Sie macht die schlechten Aggro-Matchups der Fische halbwegs erträglich und dominiert selbst im Mirror das Boardgeschehen. Außerdem ist sie eine adäquate Lösung für die gegnerische Jitte, die einen unbeantwortet ordentlich hernimmt. Und da das Kombo- und Kontroll-Matchup außerordentlich positiv ist, kann man sie hier durchaus verkraften.

Die Länder

Hier fällt vor allem die überdurchschnittlich hohe Anzahl von 21 Ländern auf, die nach meinen vorherigen Ausführungen zum Coralhelm Commander natürlich einiger Erklärung bedarf. Dabei steckt man bei dem Meervolkdeck traditionell in einer Art Zwickmühle. Einerseits braucht man trotz Ätherphiole regelmäßig 2 Inseln, um 8 der 12 Lords überhaupt casten zu können, was immerhin 40% der gesamten Kreaturen sind. Dafür sind 13 der schicken Länder eigentlich fast zu wenig. Andererseits sorgen die 4 Mutavault als Meervolk Nummer 21 bis 24 zumindest für etwas Lategame-Power und stellen gemeinsam mit Wasteland sicher, dass man sein Standstill auch vorteilhaft legen kann, ohne sich dabei ins eigene Fleisch zu schneiden, wenn die Ätherphiole mal nicht gleich erste Runde auf dem Tisch liegt. Und so komme ich zu den 21 Ländern, die manchmal Fluch und oft aber auch Segen sind.

Das Meta

Zu allererst hat sich das Meta , von regionalen Besonderheiten mal abgesehen, komplett gedreht. Das ehemals so dominante Landstill-Deck musste seine Segel ebenso streichen wie TEPS, das nach dem Banning von Mystical Tutor weitgehend von Doomsday verdrängt wurde. Auch sind die diversen Threshold-Versionen stark zurückgegangen. Stattdessen muss man im regionalen Dresden-Leipzig-Meta eher mit aggressiven Builds wie Goblins, Zoo, Rock und natürlich Meervolk rechnen. Außerdem sind Kombodecks wie Doomsday, Enchantress und Dredge zu erwarten, wobei sicher auch ein Kontrolldeck seinen Weg ins Hole auf Fame finden würde. Ich persönlich tippe auf irgendeinen blauen Build mit Dreadnought.

Das Sideboard

Nun kommen wir zu dem meiner Meinung nach interessantesten Teil. Auch hier sehen wir altbekannte Gesichter, die ich in 4 Kategorien unterteilt habe.

1. Graveyardhate
Hier liefern sich Tormod's Crypt, Relic of Progenitus, Ravenous Trap ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dabei war mein Ausgangspunkt das Dredge-Matchup, welches mit Meervolk, im Gegensatz zu den restlichen Kombodecks, alles andere als leicht ist. Hier ist Ravenous Trap deutlich vorn, da es weder geneedlet noch end of turn gebouncet werden kann und auch von Cabal Theraphy meist erst im zweiten Durchgang benannt wird, den man dann aber countern sollte. Der Haken an der Sache ist nur, dass man die dazu nötige Force wohl von oben gezogen haben muss, da sie bei der ersten Therapy gern genommen wird ;-). Wie dieses kleine Beispiel zeigt, sollte man auf jeden Fall einen 2-2-Split durchführen. Hier hat sich bei mir das Relic of Progenitus durchgesetzt, da die Cyclefunktion gegen Decks wie Loam oder Survival oft einfach wichtiger ist als das bloße Removen des Graveyards für null Mana.

2. Kontrolle/Kombo
Da das Meervolk hier von Natur aus äußerst gut dasteht, müssen nur die zwei Jitten den zwei Spell Pierce weichen. Gegen Dreadnought sind stattdessen die zwei Threads of Disloyalty zu empfehlen ;-)

3. Aggro
Da die meisten Aggrodecks mit Goyfs aufwarten, werden hier die 3 Standstill und die 2 Aether Vial herausgenommen und alle Submerge sowie zwei Threads of Disloyalty hereingeboardet. Gegen Goblins lässt man eine Aether Vial drin und boardet dafür statt der Submerge die zwei Blue Elemental Blast hinein.

4. Mirror
Um dem Meister Zufall zumindest etwas Einhalt im Mirror zu gebieten, befinden sich zwei Llawan, Cephalid Empress im Sideboard, welche gemeinsam mit den Threads of Disloyalty für alle Standstill und eine Aether Vial hineingeboardet werden. Ziel ist es hier, genug Counter offen zu behalten, um die Zephalidenkaiserin beim Casten durchzuforcen oder mit Ätherphiole genüsslich ins Spiel zu flashen.
Danach sollte das Gewinnen nur noch eine Formsache sein ;-).

Das war mein kleiner Legacy-Ausflug zu dem Thema. Ich hoffe, er hat euch gefallen und demnächst sehen wir uns sicher wieder auf den PTQs und GP dieser Nation.

Gutes Gelingen


Malik Martin, 08. September 2010


Kommentar von Icewarlock am 08. September 2010

Erstmal Lob überhaupt einen Artikel auf Reya zu schreiben! Und wie ich finde ist dieser sogar sehr gut geworden. Gut erklärte Kartenwahl und auch der Schreibstil ist mMn gut gelungen. Davon kann ruhig noch mehr kommen. Eventuell beim nächsten Mal ein kurzes Fazit nach einem Turnier mit dem Deck...

Kommentar von Thomas Steeger am 08. September 2010

"Sicherlich ist das Deck in diversen Artikeln und Foren schon zur Genüge diskutiert worden."
-Ja, leider, darum hat der Artikel auch sehr wenig Relevanz für mich, auch wenn er eigentlich ganz gut und hübsch geschrieben ist (bissl kurz).

Ich mag deinen Ausdruck stellenweise nicht, manche sprachliche Ausschmückungen wirken gequält und aufgesetzt, aber im allgemeinen gut geschrieben.

So jetz paar Sachen zum Deck:
-Ich hasse 4 Mutavault, außer unterm Standstill oder wenn der Gegner den Goldfisch macht, find ich die immer schlecht-am liebsten würde ich zwei spielen aber 3 sind auch ok
-Mindestens 14 Inseln, aber meinste ja schon selber
-Ich mag Jitte nicht, da sie in Control, Countertop und Kombo Matchups immer scheiße und in Aggromatchups zu langsam und zu leicht auszuhebeln (Zoo z.b. hat XXXXXX Kreaturenremoval, Lavamancer und Pridemages) ist, man hat stattdessen eigtl lieber mehr Kreaturen (Merfolk Sovereign, Waterfront Bouncer, Kira).
- Der Rest vom Maindeck ist perfekt so

Zum Meta:
Ja, am Sonntag sah es wie beschrieben aus, aber zum Finale wird WESENTLICH mehr blau gespielt werden, allem voran Countertop in allen Varianten.

Zum SB:
-Relic of Progenitus ist imo nicht besonders gut gegen Dredge und war früher eher gegen Treshold und Loam gedacht, mMn kann man in Dresden gy-hate eh zu hause lassen, für den einen Dredge-Spieler lohnt das nie.
-Die 2 Sätze zum zusammengefasten Kontroll/Kombo-Matchup sind echt sehr sehr mager, genauso wie dein SB-Plan - wenn jemand sich auf das Merfolk Matchup vorbereitet, wirst du mit dem schwachen Plan umgefahren
-Countertop komplett ignoriert?
- Threads of Disloyalty ist grausam schlecht gegen Goblins und dein Plan mit den 2 BEB ist auch nicht besonders erfolgsversprechend
-5 SB-Karten gegen Zoo, dein schlechtestes Matchup, von denen 2 langsam und begrenzt gut(Threads) sind, könnens einfach nicht sein, das Matchup gewinnt man so NIE
- Nein, im Mirror boarded man keine Aether Vial raus

Die Kritik ist nicht hart gemeint, auch wenns so klingt - unsere Listen unterscheiden sich ja kaum.

MfG.

Kommentar von manaleak am 08. September 2010

Im Mirror soll tatsächlich nich AEther Vial, sondern Echoing Truth rausgeboardet werden. Mein Fehler^^.

Kommentar von Torsten Anders am 08. September 2010

cooler artikel. zum Sideboard: die ganzen 2offs sind auch nur für dich gut da du ja die karte sowieso ziehst wenn du sie brauchst. ;)

Kommentar von Moritz Kaltofen am 08. September 2010

Also auch von mir erstaml danke das du dich ein wenig um die Abwechselung von Reya kümmerst ;)

Aber auch wenn ich mich fast gar nicht mit Legacy auskenne, muss ich sagen das Fische irgendwie das Deck ist zu dem jeder irgendwo schon mal was geschrieben hat. Es sind keine neuen Erkenntnisse vorhanden und auch finde ich nicht das man ein Dresdner meta mit einem größeren vergleichen kann und du somit eher weniger Ahnung von matchups haben kannst.
Auch bei der Wortwahl muss ich dem Thomas zustimmen sie ist an einigen Stellen sehr gewöhnungbedürftig.

Mich würde intersieren was mit verschiedenen Karten ist die du völlig ausser acht lässt die aber z. T. rech häufig gespielt werden (zb. Spell Pierce, Kira, Great Glass-Spinner, Spreading Seas, Submerge, Stifle, Wake Thrasher, Blue Elemental Blast/Hydroblast, Mind Harness...)

Vlt kannst du dazu ja noch was sagen ^^?
Was ich immer schon wissen wollte: wieso spielen Fische keine fetchländer?

gruß Moritz

Kommentar von Maroc Sander am 08. September 2010

Netter, kurzer Artikel über ein langweiliges ausgetretenes Thema, zu einem Deck was weder spannend noch inovativ ist.
Ansonsten muss ich mich der Kritik von Thomas Steeger anschließen... sehr sehr komische Wortwahl zum Teil.

Und wo zur Hölle ist:Merfolk Sovereign????

Kommentar von Philipp Materne am 09. September 2010

@Moritz: warum sollten sie?

Die Fetchländer hätten hier nur Nachteile -> Lifeloss, können per Stifle entsorgt werden.

Da dieses Deck weder Duals noch Brainstorm oder Topf oder so spielt, sind Fetchländer nur nachteilig.

edit sagt: Und der Ausdünneffekt ist absolut vernachlässigbar.

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