GP HH - Der El, die Litauer und kleine Mädchen
Der Grand Prix Hamburg stand vor der Tür und da ich einer von wenigen Spielern war, die keine 3 Byes hatten, beschloss ich ein wenig mehr als üblich zu testen. Mit Stefan (und einigen anderen Leipzigern, die immer mal gerne im "Sex-Shop" [Sebastian Richter & meine Wenigkeit wohnen gemeinsam in einer wunderschönen DG-Wohnung, direkt über einem legendären Leipziger Erotik-Laden...] vorbeischauten, und gute Tipps gaben. "Spiel nicht die Zwerge..."), kämpften wir uns auch tapfer durch all die spannenden Match-Ups, die es im OBC so gibt. UZI vs. MBC. W/G vs. G/U. Wwu vs. MBC usw. Wir erwarteten ein Metagame, was hauptsächlich aus U/G-Treshhold, MBC und U/B Upheaval bestehen sollte. Dementsprechend wurde schnell G/W-Madness als zu spielendes Deck auserkoren und finegetuned. Beim Testen verhaute es auch zuverlässig alles, was mit Sümpfen spielte und schaffte gleichzeitig noch ein 50/50 gegen Treshhold. Die Problemdecks waren Wake (würde eh keiner spielen...) und andere U/G-Varianten (die in letzter Zeit nix mehr gerissen hatten).
Ach ja, hin und wieder schlug sich das Deck noch selbst, indem es einfach nur Müll zusammenzog, aber das geht ja anderen Decks in dem Format auch so...
Hier erst mal die endgültige Version, die am Ende auch von Stefan und Daniel so gespielt wurde:
- 4 Tireless Tribe
- 4 Rootwalla
- 3 Safekeeper
- 4 Mongrel
- 4 Brushhopper
- 4 Glory
- 2 Phantom Centaur
- 4 Arrogant Wurm
- 3 Elephant Guide
- 2 Vengeful Dreams
- 2 Krosan Reclamation
- 10 Forest
- 8 Plains
- 4 Prärien
- 2 Nantuko Monastery
- SB:
- 1 Kirtar's Wrath
- 1 Krosan Reclamation
- 1 Morningtide
- 2 Moment's Peace
- 1 Phantom Centaur
- 3 Bearscape
- 2 Ray of Revelation
- 2 Strength Of Isolation
- 2 Sphere Of Truth
Am Ende von Tag 1 hatten wir ein Combined 13-4-2, was schon sehr solide ist. Das Metagame war in etwa so, wie wir es erwartet hatten, auch wenn deutlich mehr Leute G/U (und auch G/W) spielten, als uns Recht war.
Doch bevor es soweit war, mussten wir erst nach Hamburg kommen. Im Freitagnachmittagverkehr war das gar nicht so einfach und nahm doch eine gewisse Zeit in Anspruch. Als wir dann endlich die Adresse unseres Jugendparks gefunden hatten, war dort gar kein Jugendpark, sondern der "Schanzenstern". Junger Hamburger inside lachte sich schlapp, als wir meinten, wir hätten reserviert. Glücklicherweise hatte ich die Telefonnr. Einstecken und nach einem kurzen, aber sehr intensiven Gespräch mit einer alten Frau hatten wir eine knappe Vorstellung, wo wir hin mussten. Eine halbe Stunde später hatten wir den Jugendpark auch gefunden. Und die Suche hatte sich gelohnt.
Umrahmt von einem herrlichen Wäldchen, erstreckten sich Bungalows über einen Platz mit Beachvolleyballfeld und TT-Platten. Das Flair erinnerte mich an gute, alte Klassenfahrtszeiten. Dementsprechend hüpften auch gleich ein paar vielleicht 13 Jahre alte Mädels aus ihrer Behausung (es war so 22.00), um in dünnen Nachthemdchen (es war ziemlich kalt) zu den Fenstern der Jungs zu kommen. Hach, wie idyllisch!
Dann wurden wir angegriffen. Zumindest war das unser erster Gedanke, als plötzlich ohrenbetäubender Lärm die Nacht zum Beben brachte und ein Flugzeug sich vom benachbarten Flugplatz in die Lüfte erhob.
Und der Jugendpark war wirklich direkt neben der Landebahn...
Dann meldeten wir uns an. Da es schon ziemlich spät war, war alte Chefin schon im Bett und hatte ihrem Zivi das Feld überlassen. Dieser hatte ein eigenes Haus ("Zivi-WG") auf dem Gelände, wo er abends in Ruhe fernsehen und andere wichtige Tätigkeiten verrichten konnte.
Wir klingelten.
Der Zivi öffnete und schaute uns verstört an. "Ja?"
"Wir haben reserviert"
"Eh, is ja cool, Mann”
"4 Betten…”
"Jo klar. Hier habt ihr de Schlüssel. Geht mal ins Haus Berlin. Erste Tür rechts."
"Äh..."
"Jo, hab isch vergessen. Bettwäsche liegt alles uff dem Tisch..."
"Äh..."
"Frühstück morgen früh..." (bei diesem "Gag" schlägt er sich aufs Bein...)
Dann ging er ins Haus. Wahrscheinlich ist der Film spannend. Ich rief ihm noch mal nach.
"Wie ist das mit dem Bezahlen?"
"Ah jo, hätt isch ja fast vergessen...Ach geht einfach morgen früh mal ins Büro zur Alten und klärt das...Jute Nacht".
Stefan beschloss spontan, seinen Zivi im Jugendpark Hamburg zu machen.
Wir betraten "Haus Berlin" und auch dieses hat Klassenfahrt-Niveau. 6 Betten. Je zwei übereinander. Plus Tisch gratis. Ein Flugzeug startete und wir warfen uns automatisch unter das Bett. Dann riefen wir die Dresdner an und versuchten sie in den Jugendpark zu lotsen. Doch die bevorzugten ihr teures, dafür furchtbares Hotel, versprachen aber, in der nächsten Nacht zu kommen.
Ich bezog mein Bett, als auf einmal ein bildhübsches Mädel ihren Kopf zu unserem Fenster rein steckte.
"Wo kann man sich hier anmelden?"
"Zivi-WG"
"Danke." Sie strahlte. Ich grinste.
Fünf Minuten später musste der Daniel vor die Tür zum Rauchen und wir leisteten ihm ein wenig Gesellschaft. Ein Pärchen lief an uns vorbei. Ein großer Junge blieb stehen und fragte grob: "Wo kann man sich hier anmelden?".
"Zivi-WG". Seine Freundin zog ihn vorsichtig nach unten und flüsterte ihm was ins Ohr. Auf einmal schaute er deutlich unfreundlicher. In diesem Moment erkannte ich das Mädel. Das Gesicht im Fenster.
"Ihr wollt uns doch verarschen..." Nee, aber dem Zivi würde ich das schon zutraun...
Mürrisch ging der große Kerl zur Zivi-WG, drohend die Faust hebend. "Wenn ihr mich verarscht..." Seine Freundin blickte traurig zu uns herüber.
Todesmutig klingelte er. Nach nicht mal 15 Sekunden hatte er die Schnauze voll und war überzeugt, wir hätten ihn Mist erzählt. Wir schickten ihn einfach zum Büro, wo ein großer Zettel hängt, dass man sich in der Nacht bei der Zivi-WG melden soll. Das Büro ist ca. 500m entfernt. Zwei Minuten, nachdem die beiden den Platz vor der Tür verlassen haben, schaute dann der Zivi gemütlich aus der Tür. Frustriert von der scheinbar sinnlosen Anstrengung, seinen Arbeitsplatz zu verlassen schüttelte er sein dunkles Haupt.
Unser Pärchen kehrte zurück. Das hübsche Mädchen blickte uns nur still und traurig an, während ihr Freund hochmütig an uns vorbeischreitet. Zur Zivi-WG.
Diesmal ist dieser schon in Rekordzeit an der Tür. Wir lauschen dem Dialog.
"Hast Du Zimmer?"
"Jo klar hab isch Zimmer."
"Gibt's da auch Fernseher?"
"Wo lebst Du denn? Is doch nur Jugendpark?"
"Kann ich wenigstens das Radio hier haben?"
"Eh, nimm ja deine Fingers weg. Das is meins."
"So ein Scheiß hier!"
"Eh gemach, Alder. Isch geb euch ein Zimmer, da seit ihr alleine. Meinst du nicht, dass euch beiden da was zur Unterhaltung einfällt?" (Sein Grinsen konnten wir förmlich spüren...)
Grinsend verschwanden wir wieder in unserem Zimmer, wo wir eine Weile MindMagic mit einem SuperGrow und einem T1,5 Black spielten, was nicht unbedingt der genialste Kartenpool ist, wenn man T2 als Format wählt (Was gibt es denn für U4? Oder UU? Oder BB [wenn der Shade schon dabei ist]?) und nebenbei ein paar Schluck Wein trinkt...
Dann schliefen wir.
Kurz bevor die Sonne wieder aufging, landete das erste Flugzeug und die Jungs und Mädels der 6. Klasse standen fröhlich auf und teilten das auch lautstark der Außenwelt mit. Stefan (mit Stöpsel im Ohr) und Daniel ("Wenn ich mal schlafe, weckt mich keine Bombe...") waren genauso wach wie ich. Murrend begrüßten wir den Tag.
Irgendwann gegen 8.15 kam dann mal jemand auf die Idee, die Dresdner anzurufen und zu fragen, wann es eigentlich losgeht. Gleich mal den El angerufen:
"Moin, El!"
"Oh, egal, wo ihr nächtigt, wir kommen. Ich halts hier nicht mehr aus."
"El, ich wollte eigentlich..."
"Eine Dusche für den gesamten Gang..."
"El, ..."
"...und der Martin redet einen Mist im Schlaf"
"..."
"wie ist es denn bei euch so?"
"na ja...Seit um 6 fliegen die Flugzeuge in Bauchhöhe am Fenster vorbei und dreizehnjährige Kinder laufend schreiend durch den Gang..."
*Geräusch, wie wenn etwas Schweres zu Boden fällt*
"El? Alles in Ordnung? EEEEL? Hier gibt's dafür auch nette Mädels..."
"huch, sag das doch gleich. Wir kommen heute Abend. Was wolltest du eigentlich?"
"Wann geht der Spaß heute eigentlich los?"
"Na so um 9..."
Frühstück also geskippt und direkt zur Site gefahren und auch noch überpünktlich da gewesen. Schnell noch Decklisten geschrieben und angemeldet und gewartet. Und gewartet. Gewartet.
Nachdem alles Organisatorische geklärt war und die erste Runde begann, lief der – im übrigen wunderschöne – Tag straff auf Mittag zu. Alles wie immer also.
Ich genoss mein Bye, in dem ich mich ein wenig mit unserem Vize-Weltmeister warm spielte und dann wurde es auch gleich ernst.
1. Runde Chuck Norris, Sneak Attack
Während Chuck das machte, was er halt immer macht…(nicht anwesend sein…), eröffnete doch an einem der Tische ein Spieler sehr solide mit Ritual, Petal, Sneak Attack…Der Blick des Gegners war ziemlich gut ;-)
1-0
2. Runde Michel Kersten, UG-Madness
Erstes Spiel, erstes Horror-Matchup. Auch meinem Deck scheinen die Knie zu schlottern und so beginnt es nach einem Mulligan sehr vorsichtig. Michel hat derweil angefangen, einen Mongrel gelegt, einen Guide draufgepackt und haute mich mächtig. Bei 7 Leben gelang es mir, mich zu stabilisieren, in dem mein Brushhopper angriff und der Safekeeper den Mongrel (mittlerweile doppelt vom Elefanten umarmt) blockte. Und von der Glory Schutz vor Grün bekam. Mehrere Runden lang ;-)
Der einzigste Versuch meines Gegners etwas daran zu ändern war ein Rootwalla.
"Attacke mit Mongrel"
"Block Safekeeper"
"Dann werfe ich den Walla ab und färbe den Mongrel schwarz!”
"Damage? Protection BLACK"
"ok"
Irgendwie schraubte ich ihn so auf 1 runter, nächste Runde den sicheren Sieg, es sei denn…
...er zieht das Wunder und fliegt an meinem tapferen Olle vorbei.
Das zweite Spiel war dann ein wenig einseitig. Zunächst nahm ich den Doppel-Mulligan, bevor sich eine Hand mit 2 Plains und 3 grünen Sprüchen zeigte. Wie ihr sicherlich schon ahnt, zog ich nie eine weiße Karte oder gar einen Wald, zumal Michel mir auch nicht wirklich viel Zeit gab, da er den recht soliden Mongrel, Arrogant x2, Walla x2 Start hinlegte.
Damit stand ich schon mal 1-1 und alle schönen Pläne waren zu nichte.
Nach der Runde verhaute mich Nico Buchmann nach Strich und Faden mit MBC, weil mein Deck irgendwie den Winterschlaf angetreten zu haben schien. Der Martin hatte übrigens derweil gegen die Zwerge verloren und war auch das Glück selbst.
3. Runde Achim Schreck, UG-Treshhold
Das erste Spiel trug nicht unbedingt zu einer Verbesserung meines Verhältnisses zu meinem Deck bei. Wieder Doppel-Mulligan, dann 1 Forest...und dann so 8 Runden kein zweites Land.
Faszinierenderweise ging es von da an aufwärts und ich gewann die nächsten beiden Spiele. Eines durch die Träume, in die er fröhlich rein rannte und das andere durch Screw seinerseits.
2-1
4. Runde Peter Gysemans, GW-Madness
Mirrorspielen ist in dem Format oft ziemlich langweilig und glücksabhängig. Auf das GW-Mirror trifft das nur bedingt zu. Zwar werden Spiele schnell einseitig, wenn nur ein Spieler die Glory hat, aber das ist relativ unwahrscheinlich. Und die wahrscheinlichste (dank der Reclamations) Art, das nämlich keiner die Inkarnation hat, macht da ein recht spannendes Spiel draus. Besonders nach dem Boarden, wo man dann auch immer mit Moments Peace und Prismatic Strands rechnen kann.
Peter ist auch begeistert von der Idee gegen das eigene Deck zu spielen und vergisst erst mal in Spiel Nr.1 die Vengeful Dreams...
In Nr. 2 spielen wir wieder ohne Glorys, dafür mit Unmengen von Moments Peaces. Leider hat er 2 Elephants Guides und 2 Centaur, die beide ziemlich gut sind und verhaut mich damit.
Auch im entscheidenden Spiel zieht er wieder Centauren und Guides hintereinander, während ich ständig in die Defensive gedrängt bin. Doch dann ziehe ich irgendwie den einen SB-Wrath und zähle meine 5 Länder. Zu diesem Zeitpunkt habe ich Treshhold und ein Kloster. Doch das 6. Land zeigt sich einfach nicht, während Peter Guide nach Guide zieht. (Nicht die Karte, die der Gegner haben sollte, wenn man auf den Zorn baut...)
Mit einigen ziemlich gewagten Blocks gelingt es mir immer die geguideten Kreaturen zu blocken, bis dann im wirklich allerletzten Moment doch noch das Land auftaucht.
Naja, ich hatte dann 2 Geister, einen Elefanten, ein Kloster und ein Brushhopper und er nix...
3-1
Zu diesem Zeitpunkt hatte Stefan noch nicht einen Mongrel gegen sich gesehen und stand dementsprechend 4-0.
5. Runde Markus Königstein, MBC
Er spielte mit Sümpfen, war ein Spiel screwed, das andere zog ich sehr vernünftig und in 10 Minuten war alles erledigt.
4-1
6. Runde Michael Meilikhov, GW-Madness
Und wieder ein Mirror...Das erste Spiel schenke ich ihm mit Mulligan, 1 Land-Starthand, nix nachziehen usw. Man gewöhnt sich daran.
Das zweite Spiel ist dann schon ganz anders. Bis fast zum Rundenende geht es hin und her, bis ich schließlich durch die schiere Masse an mehr Kreaturen gewinnen kann. Zu diesem Zeitpunkt sind es noch 3 Minuten auf der Uhr und wir beeilen uns beide, das letzte Spiel noch in Angriff zu nehmen. Als Micha jedoch einen Mulligan nehmen muss, weiß er, dass es doch an der Zeit wäre, einen Gang zurückzuschalten (kein Vorwurf, gehört dazu!). Ich drehe nur noch die Karten waagerecht und er hat sowohl die Träume, als auch einen Moments Peace und rettet somit sehr wenige Lebenspunkte knapp über die Zeit.
4-1-1
Nun muss ich also die nächsten beiden Runden gewinnen. Sümpfe wären mal wieder nett.
7. Runde Michael Marcik, MBC
Der "Hammer of Brno" ist ein alter Bekannter, der wohl auf jedem GP auftaucht un auch immer gegen einen Sachsen ranmuss (meist mit mäßigem Erfolg ;-))
Auf jeden Fall ist er ein ganz witziger Typ. Im ersten Spiel fange ich an und habe einen vernünftigen Draw. Das reicht gegen MBC.
Im zweiten Spiel fängt er an und hat den Shade, Doppel RancidEarth Draw, das reicht wohl gegen fast jedes Deck.
Im dritten Spiel legt er mir Doppel Shade, ich Brushhopper. In seinem EOT discarde ich den Wurm und die Strength und spiele in meiner Runde noch einen Guide drauf, was einen 8/9 Prot.Black Trampler macht. Natürlich fällt ihm nichts ein, wie er diesen Handeln kann und mir fehlt nur noch ein Sieg. Sümpfe wären nett.
5-1-1
8. Runde Michael Steinbach, UG-Quiet Roar
...und so schließt sich der Kreis.
Michael ist scheinbar ziemlich nervös, jedenfalls redet er ständig Englisch mit mir obwohl ich ihm mehrfach versichere, dass ich auch ganz ordentlich Deutsch spreche.
Dann behält er auch noch eine Hand ohne Wälder, zieht keinen nach, während ich ordentlich Beatdown mache.
Die nächsten beiden Spiele zeigen dann, warum ich nicht so gern gegen Nicht-Treshhold Varianten von U/G spiele.
Beide Male kann er 2. Runde Mongrel spielen, der eine gewaltige Masse an Schaden aufsaugt (übrigens sehr wichtig der Hund, da er sonst am Anfang nichts machen kann, um meinen Ansturm aufzuhalten!), spekuliert sich dann durch Würmer, Bären usw.
Das dritte Spiel hatte ich dann eigentlich noch schneller verloren, da Erzfeind Nr.1, Aboshan, Cephaliden Schwuchtel ins Spiel kam. Zu dem Mongrel, dem TreshholdBären, den 8 Grizzlys und den beiden Würmern. Ziemlich viel Arbeit für meine 4 Kreaturen.
Er hatte so 8 Mana (5 blau).
Jetzt die Preisfrage. Wie viele Runden durfte ich noch leben?
Die Antwort: 6.
Da das gar nicht so einfach erscheint, hier der ungefähre Ablauf der Runden:
Er Aboshan.
Ich irgendwas vergleichbar Mächtiges. Stamm oder so.
Er nutzt Fähigkeit von Abo. Tappt alle. Auch seine eigenen Kreaturen, da er weder Wunder im Friedhof hatte, noch seine Angriffsphase erklärt hatte.
Ich mächtigen Angriff. Bringe ihn auf 9 oder so.
Er Angriff.
Ich Moments Peace.
Ich Angriff, er tappt sie alle. Hier mache ich einen vielleicht entscheidenden Fehler, da ich versuchen will, über mein Kloster zu gewinnen, statt auf den einen Zorn zu hoffen. Für den Kloster-Grenzwert muss ich nämlich 3 Länder in den Safekeeper saccen und bin so auf 4 Länder runter. Er ist bei 5.
Er vergisst anzugreifen.
Ich bin dran. Erkläre Angreifer.
Er: ok. (Hätte ich in diesem Moment eine Glory, würde ich das Spiel gewinnen!)
EOT tappt er mir meine Kreaturen.
Er greift an. Ich spiele Moments Peace aus dem Friedhof für 3 Mana. Er hat einen Catalyst Stone. Glücklicherweise fällt uns und den Judges das erst nach dem Spiel auf...
Ich bin dran. Erkläre Angreifer.
Er: ok. (Hätte ich in diesem Moment eine Glory, würde ich das Spiel gewinnen!)
EOT tappt er mir meine Kreaturen.
Er greift genauso an, dass er 20 Schaden machen kann.
Ich aktiviere Kloster.
Er tappt Abo, um Kloster zu tappen. Ich sacce Wald in Olle, um das zu verhindern. Er hat ca.12 blaue Mana.
Das Kloster blockt nen Werbär und ich bin bei 4.
Nachdem ich dann immer noch keine Glory gezogen habe, strecke ich die Hand aus und frage mich, warum ich mich so gequält hab.
5-2-1
Am Ende stand dann ein solider 104. Platz, über den ich mich verständlicherweise nicht so hundertprozentig freuen konnte. Doch sowohl der Stefan (6-1-1), als auch der Daniel (7-1) hatten es in den 2. Tag geschafft. (Stefan übrigens über den Weg von nicht weniger, als 3 UZIs...) Sie begleiten würde der Dresdner Janko Pickert, der "Horst, the Dirty Birdie" ebenfalls zu einem 7-1 spielte.
Der Tag war vorbei, aber die Nacht lag noch vor uns...
Die Dresdner hatten – sicher auf Grund unserer Werbung – beschlossen, ebenfalls zum Jugendpark zu fahren und diesen Entschluss hatten wir der alten Frau dort mitgeteilt. Als wir am Abend noch mal anriefen, um zu erfahren, bis wann wir den Zivi antreffen könnten, da der ja sicher noch anderen wichtigen Zivi-Verpflichtungen nachkommen müsse, erinnerte sich alte Frau natürlich an nichts mehr und hatte alle Betten verteilt. Nach längeren Diskussionen in der gesunden Hamburger Nachtluft beschlossen dann immerhin 5 Dresdner sozusagen schwarz in unserem Zimmer zu jugendparken.
Bevor wir dort wieder ankamen wurde erst mal kräftig aufgetankt. Dann steckten wir die Day2-Spieler ins Bett, Jan als Jüngster direkt hinterher und stellten uns vor "Haus Berlin", um den Tag würdig mit ein paar "getankten" Getränken ausklingen zu lassen.
Das funktionierte so dreißig Sekunden lang ganz gut, dann hatte uns der erste Litauer bemerkt. Der brauchte keine Minute um seine betrunkenen Kumpis auf uns aufmerksam zu machen und so steckten wir schnell in gewagten Kommunikationen mit kurzgeschorenen Jungs. Die kannten immerhin 3 Themen, Kippen, Alkohol und Sex, was für ihr noch recht zartes Alter von 17 eine ganz erstaunliche kulturelle Aktivität erkennen lässt.
Natürlich sprachen die Jungs kein Deutsch, kaum Englisch und wir kein Russisch oder Litauisch und so wurden diese vier Sprachen einfach zusammengemischt. Mit einer Ausnahme: Der El stand wie der Fels in der Brandung und kommunizierte tapfer in seiner Muttersprache, obwohl ihn einfach niemand verstehen wollte...
<Litauer packt den El leicht am Kragen, dieser lässt ein wenig die Muskeln spielen>
"He, mein Kurzer, was willst de denn?"
"Hlakah Oi lgalpwetgsn"
"Was? Du willst bestimmt schnorren, ich kenn Euch doch..."
"wewgjk agkhkgghl" [Er macht deutliche Rauchbewegungen]
"Hab ich's doch gewusst. Willst ein Kippchen schnorren. Darfst Du eigentlich schon rauchen?"
[Der Litauer versteht scheinbar mal was, denn er zeigt auf seine etwas schmächtige Brust]
"Rauchen, Trinken, Marihuana...3 Tage lang. Kein Schlaf. Du nicht Schlaf"
"Doch, mein Kurzer, ich sehr wohl schlafen, ich bin ja nicht mehr so jung, wie Du..."
In diesem Stile ging das noch eine Weile so weiter, bis die Litauer sich alle von Marios Kippchen geschnorrt hatten und gleichzeitig ein gutes Dutzend Wetttrinken verloren hatten (was allerdings dazu führte, dass der Tank schnell leer war...) und der El ohne Chance auf weitere Sünden (die Mädels waren erst 15, das war ihm zu heikel...) stilvoll abging...
Dann kamen eben jene 15 jährigen Mädels, die das Glück hatten, ihre Klassenfahrt im legendären Jugendpark zu verbringen. In den folgenden Stunden lernten wir dann von den Litauern litauische Flirttricks (lege Hand aufs Herz, lalle "Doppelherz", nimm' das als Begründung für einige ziemlich direkte Kopfhaarberührungen und wirf Dich dann den beiden Zielobjekten einfach um den Hals).
Die zarten Objekte litauischer Begierde federten die männlichen Gelüste übrigens geschickt ab, indem sie die kurzgeschorenen Jungs zum mächtigen Mau-Mau einluden.
Auch mit uns wurde Kommunikation gemacht, auch wenn die Frage: "Was macht ihr eigentlich in Hamburg" nicht so leicht zu beantworten war. Oder doch?
Kartenspielen halt.
Als der Morgen schließlich immer näher kam wurden auch letzte Geheimnisse ans Tageslicht gespült. Zum Beispiel, dass der Basti in seiner Vor-Krücken-Zeit ein brillanter Nachwuchstänzer war und ständig an zwei Mädels rumnörgelte, die einen Salsa hinlegten (übrigens ziemlich bauchfrei...;-)) und seiner Meinung nach die falschen Schritte verwendeten. Uns anderen war es egal, wir haben ihnen nicht unbedingt auf die Füße geschaut...Ehe ich jetzt als Kinderschänder angesehen werde, sei noch einmal betont, dass wir alle brav alles bei uns behalten haben, auch wenn die Mädels mit 15 schon ziemlich fraulich aussehen können...Im Gegensatz zu unseren litauischen Freunden, die sich gleich tatkräftig ans Werk machten, die holde Weiblichkeit doch mal genauer zu erkunden...Das ging eine Weile lang gut, da die Mädels einen Spaß dran fanden, sich ein wenig anmachen zu lassen, um dann gefühlvoll mit dem Finger zu schnippen und zu verschwinden, wenn es ihnen zu viel wurde. Nur dass sie nicht mit der Hartnäckigkeit des Ostens gerechnet hatten. Diese wurden erst richtig zudringlich und schließlich aggressiv.
So gegen 4 Uhr morgens eskalierte die Situation beinahe, als 2 Litauer wüste Verschimpfungen gegen "deutsche Frau" ausstieß. Der verbliebene Rest von "Haus Berlin" lachte natürlich über die neue Situation, was den litauischen Stolz scheinbar mächtig verletzte. Jedenfalls stürzte plötzlich so ein großer, ziemlich angetrunkener Kerl auf mich zu, brachte sein Gesicht direkt an meins und hauchte mir seinen Alkoholatem in die Nase. Dabei hatte er so den Psychopathen-Blick a la The Rock, dem Scorpion King. (so dass man halt Angst haben muss, die Augen würden einen direkt anspringen und der arme Kerl dann blind durch die Gegend laufen...).
Offenbar wollte er was von mir wissen, denn er stellte immer wieder eine Frage (das hörte ich an der Tonlage), die ich jedoch nie verstand. Als höflicher Mensch fragte ich mehrfach nach und am Ende hatte er sie wohl selbst vergessen und zog mit seinen litauischen Trinkgefährten in einem wüsten Schwall von Beschimpfungen (erstaunlich wie viele deutsche Schimpfwörter die kannten...) von dannen.
Auch wir beschlossen uns noch ein paar Minuten Schlaf zu holen (sehr zur Enttäuschung der Mädels) und gingen in unser Zimmerchen. Dort verteilten wir noch weitere 2 Leute auf die Betten, während die restlichen Drei sich aus dem Bettlaken-Fundus des Jugendparks eigene Betten zauberte. Danach war kein Fleckchen Boden mehr zu sehen, aber wir schliefen.
3 Stunden später waren wir wieder wach. Während die Tag 2-Spieler Tag 2 spielten, meldete ich mich mit dem El zum PreRelease 8 an.
Ich bekam ein solides B/R Removal.dec zusammen, in das ich noch 2 Dive Bomber und ein Paar weiße Kleriker splashte. Leider waren die Kreaturen nicht so wirklich gut, das beste an ihnen war halt, dass sie fast alle Morph hatten. Außerdem war noch der Oversold Cemetry im Deck, der manche Spiele fast im Alleingang gewonnen hat. Besonders wenn ich noch so einen Cycle-Apostel hatte...
Die Gegner waren zunächst 4 Runden lang kleine Kinder oder screwed oder beides, so dass ich schnell 4-0 stand. In Runde 5 kam dann der erste Gegner, der gut spielte, ein gutes Deck hatte und meinen Screw-Plan missachtete und schon war es nur noch ein 4-1.
Zum Abschluss spielte ich dann noch ein 22 Karten Mirror. Wir schossen uns beide halt so alles weg. Meine 23. Karte war dann der Cemetry, seine nicht. So wurde ich Dritter und staubte noch eine solide Anzahl an Booster ab.
Und damit endete auch schon der Hamburg Aufenthalt. Schöne Stadt. Schönes Turnier. Und wir haben wieder einen Beitrag zur Völkervereinigung geleistet. Wenn das nichts ist...
Props:
- Der El...einfach ein fantastischer Dolmetscher...
- alle anderen Sachsen...trinkfest, wortgewandt, kreativ...wenn jetzt noch erfolgreich hinzu käme...
- 13-jährige, die Zettelchen schreibend von Bungalow zu Bungalow rennen. Hach, war die Welt da noch schön und einfach...
Slops:
- Alle 3 Bye 0-2 Dropper...wohl die Chance ihres Lebens verpasst...
- Jugendpark-Zivi...wir haben Dich bei unserer nächtlichen Zusammenkunft sehr vermisst...
- Mädchen, die mit 15 schon wissen, wie man mit angetrunkenen Litauern spielt...vor 2 Jahren haben sie noch friedlich Zettelchen geschrieben...
- Litauer, die mit 15 jährigen Mädchen nur primitiv oder aggressiv umgehen können...trägt nicht gerade zum Abbau von Vorurteilen bei



