Tour des championnats
Einleitung vor der Einleitung
Ich hatte ursprünglich vor, einen Artikel über meine Meisterschaften-Tour zu schreiben. Nachdem dann dort aber nicht so viel passierte, was - meiner Meinung nach - schreibenswert gewesen wäre, hatte ich das Projekt wieder verworfen. Dann aber hat mich der MiDi erpresst, dass er nur einen Artikel zur DM abliefert, wenn ich was über meine Tour schreibe. Dann schreibe ich also doch - schließlich wollen wir uns doch MiDis Artikel nicht entgehen lassen.
Einleitung
Immer wieder dasselbe tun ist doch langweilig, findet ihr nicht auch? Ich habe deshalb, um ein wenig Abwechslung zu haben, im Februar mit dem Head Judge der Tschechischen Meisterschaften gesprochen, ob ich diese nicht mitjudgen könnte (eventuell als Scorekeeper, falls sich das einrichten ließe). Nett, wie der gute Mann halt ist, hat er gesagt, "Klar, geht. Dabei sein kannst Du. Als was, müssen wir noch abwarten."
Gut, das war schon mal geschafft. Mal schauen, was mir sonst noch so über den Weg läuft. Die Finnischen Meisterschaften passten mir vom Datum her nicht, und den öffentlichen Aufruf zu den US- bzw. Kanadischen Meisterschaften ignorierteich auch. Wer fliegt schon nur wegen der Teilnahme an einer Nationalmeisterschaft über den großen Teich. Da sollte es schon ein paar mehr Gründe geben. Irgendwann kam dann der Aufruf über die deutsche Schiedsrichterliste (die übrigens die Österreicher mit einbezieht), wer denn auf den Deutschen Meisterschaften bzw. den Österreichischen Staatsmeisterschaften judgen möchte. Ich habe mich dort, wie schon letztes Jahr, für beides beworben; gleich mit dem Hinweis, dass ich schon einen festen Termin (die Tschechischen Meisterschaften) habe und dann ggf. bei Überschneidungen dorthin fahren werde. Letztes Jahr hatte es leider mit der Teilnahme an den Österreichischen Staatsmeisterschaften nicht geklappt (zu viele willige Österreicher). Diesmal sollte es klappen, allerdings auf Kosten der Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften - die lagen zeitgleich mit den Tschechischen Meisterschaften, und die hatte ich ja schon viel eher fix gemacht. Na ja, aber ständig nur DM ist ja eben langweilig...
So habe ich mich denn seelisch und moralisch auf diese beiden Landesmeisterschaften eingestimmt, da bekomme ich eine Mail vom Ausrichter der Schweizer Meisterschaften, ob ich denn nicht Lust hätte, an eben jenen teilzunehmen. Christian Gawrilowicz, L3 aus Österreich und Head Judge der Schweizer Meisterschaften, hatte mich vorgeschlagen. Der Termin lag auch noch genau an dem Wochenende zwischen den Österreichischen und den Tschechischen Meisterschaften. Wenn wir einmal dabei sind, warum nicht...
15.08.2007 / 16.08.2007
Frisch von Muttern gefüttert machte ich mich auf den Weg zu den Österreichischen Staatsmeisterschaften nach Graz. (Noch weiter weg in Österreich von Leipzig geht fast nicht; die Hinfahrt dauerte 14 Stunden, die Rückfahrt 12 Stunden.) Von Leipzig wollte ich per Nachtzug nach München, und von dort über Salzburg weiter nach Graz. Der Nachtzug hatte in Leipzig erst mal 60 Minuten Verspätung. Na gut, laut Zugbegleiter holen wir ja noch was auf, und ich hatte in München ja auch planmäßig 65 Minuten Zeit zum Umsteigen. Alles kein Problem. Hah! Von wegen! Bis München erhöhte sich die Verspätung auf 85 Minuten. Damit war mein geplanter Zug weg, was hieß, dass ich in München noch weitere 90 Minuten warten musste.
Auf dem Weg von München nach Graz versuchte ich noch ein wenig zu schlafen. So richtig klappte das aber nicht. Da habe ich mir halt die Alpen ein wenig angeschaut. Oh, Berge! Richtige Berge!
Am Abend hielten wir dann ein kleines informelles Meeting ab, um abzusprechen, wie der folgende Tag mit dem JSS-Finale und 3 LCQ ablaufen könnte. Wir hatten effektiv vier Judges für vier Turniere (nicht vorhersehbarer Größe), und das erfordert dann schon ein wenig Vorplanung.
17.08.2007
Das erste Turnier am Freitag war der Sealed Deck LCQ, zu dem sich 18 Spieler einfanden. (In Österreich werden die LCQs nicht wie in Deutschland üblich als 64-Mann-Single-Elimination-Turniere abgehalten. Da würde aufgrund der geringeren Spielerzahl nicht ein einziger LCQ zustande kommen. Da würde es nicht mal für 32-Mann-Single-Elimination-Turniere reichen. Außerdem spielt der Österreicher angeblich eh lieber Swiss.) Wenn ich mich recht erinnere, mussten wir hier keine Strafen wegen falscher Decklisten austeilen, was sehr selten vorkommt.
Während der erste LCQ noch am Deckbau war, wurde dass JSS-Finale gestartet. 33 Junioren fanden sich ein, um in sechs Runden Swiss mit anschließender Top8 um den Flug zur WM nach New York zu spielen. Der Zweitplatzierte sollte einen iPod bekommen.
Der zweite und dritte LCQ wurden jeweils im Format Standard gespielt und hatten 16 bzw. 14 Spieler. Somit waren diese Turniere effektiv auch Single-Elimination geworden. Die angebliche Freude der Spieler am Swiss war nicht auszumachen, droppte doch hier fast jeder, der einmal verloren hatte.
Unser so schön ausgedachter Plan ging im Endeffekt nicht so recht auf. Das lag daran, dass das aktuelle Metagame dazu führt, dass die meisten Spiele ziemlich schnell vorbei sind, was zu kürzeren Rundenzeiten führt. Allerdings war nicht voraussagbar, wie lange denn jede Runde dauern würde - eine Runde konnte genausogut nach 40 Minuten vorbei sein wie nach 50 Minuten (in die Extra-Turns geht es ganz selten). Eine Synchronisation der Turnier war damit schwer möglich, was leider den Wegfall einiger eigentlich beabsichtigter Deckchecks bedeutete.
18.08.2007
Von den theoretisch möglichen 90 Spielern tauchten 68 auf.
Tag 1 begann mit drei Runden Standard. Für mich unverständlich, dass wir hier nach dem Prüfen der Decklisten diverse Game Loss vergeben mussten. Natürlich ist die Chance auf die Top8 weder mit einem Game Loss in der ersten Runde noch mit einer eventuell daraus resultierenden Niederlage im ersten Match vergeben, aber was ist denn das bitte für eine Vorbereitung für eine nationale Meisterschaft?! Etwas Interessantes trat in den ersten Standard-Runden ansonsten nicht auf.
Es folgte der erste Draft. Obwohl den Spielern gesagt wurde, dass sie am Drafttisch und dann während des Deckbaus nicht reden sollen, konnten einige ihre Klappe nicht halten. Das führte dann entsprechend zu Warnings. Einen der Spieler (der eventuell sogar ein Game Loss wegen wiederholtem Reden kassierte, sicher bin ich mir nicht) regte das so furchtbar auf, dass er sich nachher fast eine Stunde lang beklagte, wie ungerecht das wäre und dass ja jetzt jeder nachträglich für sowas von der DCI gesperrt werden könnte. Sicher...
Die Runden dieses ersten Drafts boten außer den üblichen Strafen für nicht korrekt ausgefüllte Decklisten (man muss schon alle seine gedrafteten Karten aufschreiben...) bzw. illegaler Decklisten (... und das Deck sollte auch mindestens 40 Karten enthalten) keine weitere Aufregung.
Es schloss sich dann noch der zweite Draft an, von dem die erste Runde gespielt wurde. Viel gelernt hatten die Spieler vom ersten Draft nicht, da sowohl wiederum Warnings wegen Redens vergeben werden mussten (wenn auch deutlich weniger als zuvor) als auch für unvollständig ausgefüllte bzw. illegale Decklisten.
19.08.2007
Ich hatte Christian Gawrilowicz (dem Head Judge) schon die ganze Zeit darum angebettelt, ob ich denn nicht Scorekeeper sein könne. Jetzt bekam ich diesen Posten, hatte Christian doch im Verlauf den Samstag gemerkt, dass es nicht so recht funktioniert, wenn er sowohl Head Judge als auch Scorekeeper ist. So verbrachte ich also den zweiten Tag der Österreichischen Meisterschaften auf der VIP-Bühne.
Der letzte Draft-Pod bestand zu Beginn des zweiten Tages nur noch aus zwei Spielern, da alle anderen aus diesem Pod schon gedroppt waren. Beide hatten allerdings schon gegeneinander gespielt, so dass sie dann auch die beiden ersten Runden untätig rumsitzen mussten. Das fanden sie wohl dann so doof, dass sie vor den letzten drei Standard-Runden selber droppten. Einen Sonntag kann man sicher auch anders verbringen... (Wobei ich persönlich dann wenigstens den Standard-Teil noch mitgenommen hätte, um nicht völlig umsonst gekommen zu sein.)
Als dann spät am Abend das Finale immer noch nicht vorbei sein wollte (das erste von maximal fünf Spielen dauerte alleine fast 40 Minuten), habe ich mich dort hinzugesellt, um mal zu schauen, ob die beiden Spieler nicht ein bisschen schneller sein könnten. So recht ließ sich aber keine Stelle zum Meckern finden. Vielleicht hat ihnen ja meine bloße Präsenz Angst gemacht, dass sie auf einmal schneller spielten ;-)
So ging dann doch recht bald eine angenehm beschauliche Meisterschaft zu Ende. Neben dem Hauptevent gab es immerhin noch vier Sideevents. Nicht viel, meint ihr? Das waren mehr als die Summe aller Sideevents bei bisherigen Österreichischen Meisterschaften! Die Lust am Sideevent-Spielen muss man den Österreichern also noch beibringen.
20.08.2007 + 23.08.2007 / 24.08.2007
Montag ging's dann zurück zu Muttern, und am Donnerstag stand dann die Reise zu den Schweizer Meisterschaften nach Lausanne auf dem Plan. Wiederum gut versorgt (tja, wenn die Mama nicht wär'...) gings ab nach Leipzig zum Nachtzug nach Basel. Was? Der hatte keine Verspätung? So was gibt's? Und tatsächlich kam der Zug auch ganz pünktlich in Basel an. Von da aus ging's mit einem Schnellzug nach Lausanne. Von den zwei Stunden Fahrt von Basel nach Lausanne fuhr der Zug ca. eine Stunde lang nur um den Genfer See rundrum.
Freitag stand der Last Chance Qualifier (Sealed Deck) auf dem Programm. Von den 26 Spielern (glaube ich) sollten sich letztlich vier für die Schweizer Meisterschaften qualifizieren. Für die paar Leute brauchte man nicht alle der zu jenem Zeitpunkt anwesenden Judges. Ich habe mich da übrigens auch rausgehalten. Statt dessen habe ich versucht, mit einem UG-Time-Spiral-Block-Deck was gegen ein Extended-Scepter-Chant-Deck zu reißen. Dieser Versuch scheiterte doch eher kläglich. Da habe ich halt ein Legacy-White-Weenie-Deck genommen. Das lief dann schon erfolgreicher. (Erste Runde: Land, Savannah Lions. Zweite Runde: Land, Angriff, Savannah Lions. Dritte Runde: Angriff, Land, Savannah Lions, Silver Knight. Ehe mein Gegner groß was tun konnte, war er schon fast tot.)
25.08.2007
Am Samstag wurde das 15 Mann große Judge-Team in zwei Lager aufgespalten. Die "größere Hälfte" verblieb im Mainevent, die "kleinere Hälfte" verschwand zu den Sideevents. (Nicht, dass die da was zu tun hatten - zwei Sideevents mit einmal acht und einmal neun Spielern kamen zustande.) Im Mainevent war ich zusammen mit zwei weiteren erfahrenen Judges dem Deckcheck-Team zugeteilt worden, welches von einem noch relativ unerfahrenen Judge geleitet wurde. Ziel der Übung war es, dass wir später dessen Leistung beurteilen sollten. (Und da hat er doch eine ganze Menge zu hören bekommen. Aber das ist normal.)
Diesmal waren 70 der möglichen 90 Spieler anwesend. Auch hier blieben die Game Losses wegen illegaler (Standard-)Decklisten nicht aus. Hier und da wurden ein paar Warnings wegen fehlerhaften Spielens verteilt, aber nichts Ernstes.
Der erste Draft verlief ruhiger als der bei der ÖM. Anscheinend hört der gemeine Spieler einem importierten Head Judge besser zu als einem einheimischen. Sogar das Ausfüllen der Decklisten klappte besser als bei den Österreichern, auch wenn es doch ein paar Leute gab, die anscheinend nicht bis vierzig zählen konnten.
In der zweiten oder dritten Runde dieses ersten Drafts wurde ich an einen Tisch gerufen, an der sich zwei Spieler nicht einig waren, wie der verteidigende Spieler denn nun geblockt hatte. Der angreifende Spieler hatte eine ganze Menge Kreaturen als Angreifer deklariert, die allerdings nicht in einer Reihe sondern eher als bunter Haufen da lagen. Der verteidigende Spieler machte aber auch nicht gerade wirklich eindeutig deutlich, wie er denn zu blocken gedachte. So kam es, dass einer der Blocker komplett über einem Angreifer (1/4) und halb auf einem zweiten (5/5) lag. Natürlich stritten jetzt beide Spieler darüber, welche der beiden Kreaturen da denn nun geblockt wurde. Der angreifende Spieler behauptete, die 1/4er wäre geblockt, während der verteidigende die 5/5er als geblockt betrachtete. Jetzt sollte ich also entscheiden. Ich entschied, dass die 5/5er geblockt wurde. Dafür hatte ich natürlich einen Grund: Alle anderen Blocker überlappten die entsprechenden Angreifer ebenfalls nur teilweise. Aufgrund dessen war für mich klar, dass die 5/5er geblockt werden sollte. Das wollte der angreifende Spieler so nicht akzeptieren und fing an zu argumentieren. Leider hat die Diskussion doch ein paar Minuten gedauert; ich hätte das vorher abbrechen sollen. Ich beendete dann halt irgendwann die Diskussion und bot ihm natürlich an, an den Head Judge zu appealen. Das wollte er allerdings nicht. Statt dessen fragte er mich, ob er denn das Spiel aufgeben dürfe. Das konnte er natürlich jederzeit, und er tat es dann auch.
Der zweite Draft und die zugehörige erste Runde gingen dann auch recht zügig von statten. Es folgten noch eine abschließende Besprechung des ersten Tages sowie die Einteilung für den zweiten Tag.
26.08.2007 / 27.08.2007
Diesmal war ich für die Sideevents eingeteilt. Diese waren zwar etwas besser besucht als am Tag zuvor (einmal 22 und einmal 12 Spieler), aber auch das war lächerlich wenig im Vergleich zur DM oder GPs. Passiert ist hier auch irgendwie gar nichts, was irgendwie berichtenswert wäre.
Komischerweise hatte ich den Eindruck, dass trotz gleicher Spieler- und gleicher Judgezahl (im Mainevent) die Schweizer Meisterschaften irgendwie anstrengender waren; irgendwie lief's nicht so glatt wie in Österreich. Ich kann aber noch nicht mal sagen, warum.
Ich machte mich noch am Abend auf die Heimreise. Vom Genfer See sah ich dieses Mal gar nichts - war ja auch dunkel draußen :-/ Von Basel nach Frankfurt/Main wollte ich eigentlich ein wenig schlafen. Das scheiterte jedoch daran, dass ich in einem ICE der ersten Generation fahren musste - versucht mal in einem Sitz zu schlafen, in dem man noch nicht mal vernünftig sitzen kann! Dafür war der ICE zwischen Frankfurt/Main und Leipzig einer der aktuellen Generation, und ich konnte doch noch ein wenig Schlaf sammeln.
31.08.2007
Auf ging's zur letzten Etappe meiner Meisterschaften-Runde, den Tschechischen Meisterschaften. Diesmal hatte ich endlich meinen Scorekeeperposten bekommen. (Der zweite Tag bei der ÖM zählt nicht; da legt man sich ja in ein bereits gemachtes Bett.) Nach einem kurzen Zwischenstopp in Dresden (ich musste noch diverse Gerätschaften holen, die man als Scorekeeper so brauchen könnte) wartete dort der EC nach Prag auf mich. Halt, nein, andersrum - ich wartete auf ihn. 50 Minuten lang. 'Baustellen' hieß die offizielle Ausrede am Bahnsteig; technische Probleme an den Bremsen war der eigentliche Grund, wie man dann vom Zugpersonal erfuhr.
Prag mag ja tatsächlich eine schöne Stadt sein. Davon bemerkte ich allerdings nichts. Die Gegend um den Bahnhof Prag-Holesovice sieht noch genauso aus wie vor 20 Jahren, als ich das letzte Mal in Prag war. ('Heruntergekommen' ist nicht der richtige Ausdruck, wenn auch nicht ganz falsch. 'Trist' trifft es vielleicht eher.)
01.09.2007 / 02.09.2007
Am Morgen des Samstag gab es erst einmal eine kurze Besprechung, wie das generell so üblich ist. Dann wurde schnell noch die Spielfläche mit diversen Postern herausgeputzt. Anschließend konnte die Registrierung beginnen. Hier musste ich mit Erstaunen feststellen, dass man in der Tschechischen Republik für die Teilnahme an der Meisterschaft noch etwas bezahlen muss. 600 Tschechische Kronen (ca. 22 Euro) kostete die Spieler dieser Spaß. Ob man das nicht bei der DM auch so machen könnte? "Werde Deutscher Magic-Meister! Für nur 25 Euro bist Du dabei!" Würde mich mal interessieren, wie viele Leute dann zur DM kämen...
128 Spieler hatten sich für die Tschechische Meisterschaft qualifiziert. Davon tauchten dann auch 96 auf, unter ihnen der Ex-Weltmeister Jakub Slemr, der dann auch in die Top8 kam, allerdings nicht unter die Top4. (Wie ich hörte, ist Jakub Slemr immer noch aktiv, auch wenn sich das nur auf etwa drei Turniere im Jahr beschränkt.)
Von der VIP-Bühne aus ließ sich das bunte Treiber der Spielerschaft recht gut beobachten. Zwar durfte ich diesmal keine Strafen verteilen, dafür aber in den DCI Reporter eingeben. Und auch hier gab es dann die üblichen Game Loss für illegale Decklisten - sowohl im Standard als auch im Draft. Bei letzterem (oder besser letzteren - es waren ja zwei) habe ich dann ein wenig mit ausgeholfen, die Spieler zu überwachen. Da ging's fast zu wie bei einem FNM-Draft. Na gut, das ist übertrieben, aber ein paar mahnende Worte an den einen oder anderen wegen zu spätem Draften, zu frühem Aufnehmen der Karten, und sogar wegen einem Re-Pick, musste ich schon richten.
Am Sonntag haben wir vor dem Beginn der Top8 noch die Decks jener Spieler überprüft. Bei sechs Decks mussten wir die Hüllen beanstanden. Zwei der Spieler (darunter Jakub Slemr) mussten sich dabei sogar noch einem Verhör unterziehen lassen. Die Hüllen erzeugten bei beiden ein deutliches Muster. Hier war also die Möglichkeit des Betrugs gegeben. Allerdings erbrachten die Verhöre im Endeffekt keine ausreichenden Beweise/Indizien für eine Disqualifikation.
Die Tschechische Meisterschaft war von allen drei Meisterschaften die ruhigste. Allerdings habe ich mich beim Head Judge darüber "beschwert", dass es zu ruhig gewesen sei. In den 12 Runden vor den Top8 habe ich nur 15 Strafen in den DCI Reporter eingetragen, die aus fehlerhaftem Spiel resultierten, also keine Decklistenfehler, Verstöße beim Draft oder ähnliches waren. Das erschien mir doch zu wenig.
Während die Spieler noch um die ersten vier Plätze kämpften, machte ich mich auf den Heimweg. Der D-Zug war pünktlich in Dresden und ich entsprechend zeitig zu Hause. Damit endete meine kleine Rundreise.
Ein kleiner Nachtrag noch zu den Deckproblemen: Grund dafür war ausschließlich die Tatsache, dass sich die Spieler zwei Päckchen mit je 50 Hüllen gekauft hatten. Der Ärger war damit vorprogrammiert. Man findet fast keine zwei solche Päckchen, deren Hüllen einander ähnlich genug sehen, dass man die einen nicht von den anderen unterscheiden kann.
Wenn ihr euch also Hüllen kauft, dann nehmt Packungen mit 100 Hüllen (80 tun's zur Not auch). Sollten nur Packungen mit 50 Hüllen zur Verfügung stehen, dann mischt euer Deck gut durch, bevor ihr es eintütet. Die Hüllen solltet ihr am besten auch gut miteinander vermischen. Auf diese Weise reduziert sich die Wahrscheinlichkeit eines Musters.
Dann wäre der MiDi ja jetzt am Zug...




Kommentar von Philipp am 18. September 2007
schöner Bericht!
Das mit den Hüllen hab ich auch schon bemerkt. Also das 2 Päckchen gleicher Sorte teilweise extrem anders aussehen. Vor allem der Zuschnitt ist teilweise unglaublich verschieden.
Das Problem hat man allerdings bei den 100er Packungen mit je 2 50er Farben nicht. Vermutlich aber auch weil die nur einfarbig und angeraut sind.
Kommentar von bongoking am 19. September 2007
Sehr schoen zu lesen.Bringt zwar fuer den normal-Spieler wenig bemerkenswertes,ist aber fuer angehende Judges schon ein netter Einblick.
Kommentar von kai am 22. September 2007
Auch wenn man die Huellen aus einem Paket bekommt, immer erst das Deck (am Besten zusammen mit dem Sideboard) mischen, dann die Huellen shufflen und dann eintueten. Dann wird man selber nicht eingetuetet von den fiesen Zebras.
Aber netter Artikel, waren sicher ein paar stressige Wochen. :)