Deckbautipps
Dieser Artikel richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene, die die Grundlagen des Deckbaus verstehen wollen, und eine Richtlinie zum Deckbau erhalten wollen. Aber kommen wir nun zu den 8 Schritten, um ein gutes Deck zu bauen.
1. Strategie
Entscheide dich für eine Strategie. Es ist wichtig zu entscheiden, auf welchem Weg du gewinnen willst. So fällt es dir leichter zu entscheiden, ob ein bestimmter Spruch sinnvoll für dein Deck ist. Soll dein Deck den Gegner mit Kreaturen überrennen? Willst du dem Gegner eine bestimmte Resource nehmen (Kreaturen, Länder, Karten auf der Hand, Karten in der Bibliothek) und durch diesen Vorteil gewinnen? Willst du das Spielfeld kontrollieren? Und so weiter - es gibt viele Möglichkeiten.
2. Farbe
Hast du dich für eine Strategie entschieden, ist es an der Zeit zu überlegen, mit welcher/n Farbe/n du diese Strategie umsetzen kannst. Welche Farbe/n ermöglichen es dir am ehesten, deine Strategie umzusetzen? Ein grünes Direct Damage Deck dürfte schwer umzusetzen sein, aber wenn du Rot als Farbe wählst, wirst du solch ein Deck bauen können.
3. Grundlegende Sprüche
Jetzt ist es an der Zeit zu entscheiden, mit welchen Sprüchen du spielen willst. Zu Beginn dieser überlegungen solltest du festlegen, welche Sprüche die Basis für dein Deck legen. Oftmals sind diese grundlegenden Sprüche dann auch Namensgeber für diese Decks (wie zum Beispiel "Fires of Yavimaya" für das Fires-Deck oder "Forbid" und "Ophidian" für das Forbiddian-Deck).
4. Unterstützung der Strategie, der grundlegenden Sprüche
Hast du die grundlegenden Sprüche ausgewählt, geht es daran, die optimalen Unterstützungssprüche zu finden. Ein grünes Stompy-Deck mit vielen günstigen Kreaturen (wie Ghazban Ogre) wird richtig gut mit Sprüchen wie Giant Growth, die es ermöglichen, mit diesen Kreaturen schnell viel Schaden zu machen. Ein Armageddon-Deck wird richtig gut mit Kreaturen und Artefakten, die Mana produzieren, damit dich selber das Armageddon nicht so hart trifft.
5. Manakurve
Schön, du hast jetzt ein paar Sprüche, um die du andere Sprüche zusammengesucht hast. Aber da gibt es noch einige Kleinigkeiten zu beachten. Ein Rhox ist 5/5, kann regenerieren und kann den Schaden direkt auf den Gegner leiten. Problem: Er kostet 6 Mana. Normalerweise spielst du ihn also erst in der sechsten Runde - vorrausgesetzt, du ziehst auch 6 Länder. Eine River Boa ist nur 2/1 und regeneriert. Dafür kostet sie aber auch nur 2 Mana und würde also in der zweiten Runde gespielt werden können. Es gilt jetzt, das Deck so zu bauen, dass es von Beginn an etwas tun kann, um die Strategie zu unterstützen. Ein Stompy-Deck etwa beinhaltet Kreaturen und Pump-Sprüche, die man mit wenig Mana spielen kann. Schließlich soll das Spiel möglichst schnell durch Kreaturenschaden beendet werden. Ein Controldeck spielt Counter, die schon früh gesprochen werden können. Gleichzeitig spielt es günstige Sprüche, die die Bibliothek nach teureren Schlüsselkarten durchsuchen, die dann später gespielt werden - Wrath of God wäre ein Beispiel dafür. Danach versucht das Deck, die Kontrolle zu behalten und mit so etwas wie einem Blinding Angel langsam zu gewinnen. Für kreaturenbasierte Decks kann man allgemein sagen: Je höher die Kosten eines Spruches, desto weniger Sprüche mit diesen Kosten. 4 Birds of Paradise und 4 Llanowar Elves (kosten beide jeweils ein Mana) zu spielen ist gut, aber 4 Rhox und 4 Force of Nature zu spielen (kosten beide jeweils sechs Mana) ist nicht so optimal.
6. Gute Sprüche - schlechte Sprüche
Jetzt hast du eine lange Liste an Sprüchen, die in Frage kämen. Jetzt wird's langsam schwieriger zu entscheiden, was jetzt final ins Deck kommt und was nicht reinkommt. Wichtig: Eine grundlegende Karte, zum Beispiel Fires of Yavimaya im Fires-Deck, gehört viermal ins Deck. Keine Diskussion. Eine Karte, die in einem Deck sehr gut ist: viermal. Je öfter du eine Karte ins Deck packst, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, sie zu ziehen. Und du willst doch immer nur das Beste ziehen, oder? Die Zusammenarbeit von Fires of Yavimaya und Saproling Burst ist überwältigend gut. Also: Saproling Burst viermal. Two-Headed Dragon ist gut, aber der Nachteil - die Kosten von 6 Mana - ist groß, so dass nur 2 reinkommen. Man muss sich auch überlegen, welche Sprüche wirklich gut zusammenarbeiten. Das Beispiel Fires of Yavimaya und Saproling Burst habe ich schon erwähnt. Ein anderes Beispiel wäre Nether Spirit und Keldon Necropolis. Einige Kombinationen von Karten sind so gut, dass sie ganze Turnierszenen beherrschen, wie zum Beispiel Necropotence/Donate/Illusions of Grandeur. Also versuche nicht nur herauszufinden, welche Sprüche für sich gesehen gut sind, sondern bei welchen Sprüchen die Zusammenarbeit besonders gut ist. Selten ist eine Karte alleine für sich, die dir ein Spiel gewinnt. Es ist mehr die Synergie zwischen den Karten in deinem Deck, die dein Deck siegreich macht.
7. Deck trimmen und Manaversorgung
Wenn du alle diese Schritte absolviert hast, dann musst du jetzt noch das Deck trimmen. Du willst auf das erlaubte Minimum kommen - 60 Karten. Das erhöht wieder die Wahrscheinlichkeit, die dir wichtigen Sprüche zu ziehen. Zuerst müssen zwischen 26 und 18 Länder ins Deck. Decks mit einer hohen Manakurve (vielen teuren Sprüchen) packen mehr Länder ins Deck. Ein Fires-Deck spielt zum Beispiel so ca. 24 Länder und zusätzlich Birds und Elves um sicherzustellen, dass immer genug Mana gezogen wird, um solche Sachen wie Saproling Burst und Blastoderm möglichst schnell und immer spielen zu können. Ein grünes Stompy dagegen hat eigentlich keinen Spell, der mehr als zwei oder drei Mana kostet. Da reichen dann auch 18 Länder. Einige spielen sogar nur mit 14 Ländern und Land Grant. Du hast jetzt noch 34 bis 42 Kartenslots frei. Behalte die Manakurve im Auge und streiche jetzt die Sprüche, auf die du meinst am ehesten verzichten zu können. Irgendwie solltest du so auf 60 Karten kommen können. Eine weitere wichtige überlegung ist die Manaverteilung. Welche Farben spiele ich? In welchem Verhältnis steht die Anzahl der Sprüche der jeweiligen Farbe? Dementsprechend sollte auch das Verhältnis der Länder sein. Gibt es vielleicht sogar Länder, die mehr als nur eine Manafarbe produzieren? Kannst du mit dem Nachteil dieser Multicolor-Länder in deinem Deck leben? So etwas sollte auch geklärt werden, bevor man das Deck endgültig spielen will.
8. Testspielen
Bis jetzt hast du nur immer in der Theorie das Deck gedacht. Jetzt ist es an der Zeit zu sehen, ob deine Entscheidungen, welche Sprü rein- und welche rauskommen, richtig waren. Du wirst sicherlich bei einigen Sprüchen überlegt haben, ob es wirklich richtig war sie reinzunehmen. Jetzt wirst du es herausfinden und vielleicht doch noch abändern. Testspielen kann man garnicht oft genug. Solltest du für ein Turnier ein Deck testen, dann solltest du überlegen, was die anderen spielen könnten und wie du dein Deck daraufhin abänderst. Das nennt man dann Metagame und ist einen eigenen Artikel wert.
Sicherlich, alle diese Entscheidungen erfordern etwas Erfahrung. Aber wenn du dich an diese Tipps hier
hältst und immer wieder an deinen Decks feilst, viel spielst und dich mit anderen austauschst, dann
wirst auch du diese Erfahrung bald dein Eigen nennen.
Noch eins: Solltest du einige Karten nicht besitzen, die du gerne spielen möchtest, dann ersetze sie
doch erstmal durch Proxies (Platzhalter). Du könntest zum Beispiel auf eine beliebige Karte schreiben,
welche Karte sie darstellen soll. Oder du legst einen Zettel mit in eine Hülle, auf den du
draufschreibst, welche Karte das sein soll. Niemand wird dir den Kopf abreißen, wenn du erstmal
rausfinden möchtest, ob du tatsächlich eine 10-Euro-Karte brauchst oder nicht.
Jetzt schnapp dir deine Karten und eine Kartenliste aller Karten und schau mal, was draus werden könnte.
Lutz Schmitt




